Auch heuer erhob die WKÖ in Zusammenarbeit mit der Exploreal GmbH die aktuellen Daten zu den Wohnbauprojekten in der Pipeline 2026 in Oberösterreich. Die Auswertung prognostiziert dem Bundesland die Fertigstellung von rund 3.400 Wohneinheiten. Der Wert liegt damit auf dem Niveau des Vorjahres. 2027 rechnet man mit einem deutlichen Rückgang um etwa tausend Einheiten. Trotz des Einbruchs im Vergleich zu den Rekordjahren hält sich der Wohnungsneubau im Land ob der Enns entgegen dem Bundestrend konstant und steigt wieder. Denn der Rückgang 2027 wird dadurch abgefedert, dass die Pipeline der geplanten Projekte ordentlich gefüllt ist.

Noch mehr Zahlen: Die gewerbliche Immobilienwirtschaft zeichnet für 48 Prozent der Neubauleistung verantwortlich, die gemeinnützigen Bauvereinigungen für 52 Prozent. Und wo stehen die Krane? Auf Bezirksebene findet die meiste Neubautätigkeit wie in der Vorjahresauswertung im Bezirk Linz (Stadt) statt. Bezogen auf die Wohneinheiten pro tausend Einwohner wird in Wels (Stadt) mit rund 3,6 der höchste Wert erzielt. An zweiter Stelle liegt Linz (Stadt), knapp gefolgt von Eferding.

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Wenn man zwischen gewerblichen und gemeinnützigen Bauträgern differenziert, zeigt sich, dass die gewerblichen in Linz (Stadt), Wels (Land), Urfahr-Umgebung sowie Gmunden den größten Anteil an der Wohnbauproduktion haben. In Linz (Land) ist das Verhältnis ausgewogen. In den restlichen Bezirken dominieren die gemeinnützigen Bauträger.

In Linz im Schnitt 60,9 Quadratmeter Wohnnutzfläche

Das durchschnittliche oberösterreichische Projekt wiederum umfasst 23 Wohneinheiten – also um zwei mehr als 2025 – und ist damit im Vergleich zur Landeshauptstadt Linz mit im Schnitt 29 Einheiten etwas kleiner. Während die mittlere Wohnnutzfläche im Bundesland bei 73,8 Quadratmetern liegt, müssen Linzerinnen und Linzer im Schnitt mit 60,9 Quadratmeter zurechtkommen. Dem Wunsch nach Freiraum wird jedoch mittlerweile zu 98 Prozent nachgekommen, entweder mit Balkonen, Loggien oder Gärten. 

Gemäß der Auswertung liegt der Preis für eine Bauträgerwohnung im Bundesland im Angebot heuer bei rund 359.900 Euro. Somit ist sie um etwa zwei Prozent teurer als 2025. Im Vergleich dazu kostet eine Einheit in Linz circa 387.000 Euro (+0,7 % in Relation zum Vorjahr). Mario Zoidl, Fachgruppenobmann der oberösterreichischen Immobilien- und Vermögenstreuhänder, erläutert dazu: „Oberösterreich ist ein Bundesland, in dem Eigentum großgeschrieben wird. Aufgrund der bereits ausgelaufenen KIM-Verordnung sowie des Zinsanstiegs wurde die Finanzierungssituation für die Menschen bedeutend schwieriger bis zum Teil unmöglich. Seit dem letzten Jahr konnte eine erhöhte Nachfrage nach den Sekundärmarktimmobilien verzeichnet werden, da diese erheblich kostengünstiger sind, jedoch oft mit Sanierungsmaßnahmen einhergehen.“

Betriebskosten gestiegen

Was den Mietwohnungsmarkt angeht, so verweist Zoidl darauf, dass die Leistbarkeit aufgrund der guten Mischung aus gewerblichen und gemeinnützigen Vermietern gegeben ist. „Es werden genügend Mietwohnungen in Oberösterreich errichtet, um die Nachfrage zu bedienen, obwohl es hier nur noch selten einen Leerstand gibt. Natürlich stiegen die Mietpreise in allen Segmenten. Jedoch steht für die Vermieter immer ein guter Mieter im Vordergrund, weswegen nicht zu selten mögliche Mietsteigerungen nicht an die Mieter weitergegeben werden, um diese zu unterstützen. Im Gegenzug dazu kletterten die laufenden Betriebskosten und öffentlichen Abgaben in den letzten Jahren massiv nach oben, zum Beispiel Versicherungen, Heizkosten, Müll, Servicekosten für Lift und Thermen“, erklärt Fachgruppenobmann Zoidl. ■

Mario Zoidl, Fachgruppen­obmann der oberösterreichischen Immobilien- und Vermögenstreuhänder: „Oberösterreich ist ein Bundesland, in dem Eigentum großgeschrieben wird.“ © Eric Krügl