Graffitis auf Fassaden sind für Eigentümer, Hausverwaltungen sowie Bestandshalter weitaus mehr als ein optisches Ärgernis. „Gerade bei Wohnhausanlagen, Geschäftsobjekten oder öffentlichen Liegenschaften geht es immer auch um Werterhalt, Pflegezustand und den Gesamteindruck einer Immobilie. Umso wichtiger ist eine fachgerechte Sanierung. In der Praxis wird zunächst zwischen beschichteten beziehungsweise gestrichenen Fassaden und unbeschichteten mineralischen Untergründen unterschieden. „Unbeschichtete Flächen wie Naturstein, Sichtbeton oder Klinker lassen sich oft einfacher bearbeiten, weil nach der Graffitientfernung in der Regel keine farbliche Wiederherstellung notwendig ist. Deutlich sensibler sind beschichtete oder gestrichene Fassaden zu behandeln“, erklärt Udo Ernst, Anwendungstechniker bei der Graffiti-Guard GmbH & Co. KG. Ernst ergänzt: „Hier soll nicht nur das Graffiti entfernt, sondern nach Möglichkeit auch der bestehende Anstrich erhalten werden.“ Je nach Zustand der Oberfläche könne dennoch eine partielle Instandsetzung oder ein neuer Beschichtungsaufbau erforderlich sein.

Für die Entfernung selbst stehen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung. Ernst: „Abrasive Methoden wie Sand-, Feucht- oder Niederdruckstrahlen können zwar wirksam sein, bringen aber das Risiko von Oberflächenveränderungen und Substanzverlust mit sich. Auch Laser- oder Trockeneisverfahren eignen sich vielfach nur für eher oberflächliche Verunreinigungen. In der Praxis bewährte sich vor allem die chemische Graffitientfernung in Kombination mit Heißwasser-Hochdruck, weil sie auf vielen Untergründen wirksam und vergleichsweise materialschonend eingesetzt werden kann.“ Ein bloßes Überstreichen sei hingegen häufig keine nachhaltige Lösung, da alte Graffitis mitunter wieder durchschlagen oder sichtbare Farbtonunterschiede zurückbleiben würden.

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Teilweise zu hundert Prozent
biologisch abbaubar

Jedenfalls ist der Untergrund zu analysieren, um die richtigen Schritte für eine ordentliche Entfernung anzugehen. „In den meisten Fällen wird eine spezielle Chemie verwendet, die eine Wirkzeit von in etwa einer halben Stunde benötigt“, erklärt Daniel Radosavljevic von Die Graffitientferner der Facility Care Management GmbH. Anschließend werde ein Hochdruckreiniger verwendet, um das Graffiti zu entfernen. Andere Methoden wie das Eisstrahlen seien ebenfalls möglich.

„Viele moderne Graffitientferner sind heute zu hundert Prozent biologisch abbaubar“, betont Ernst. Unabhängig davon müsse das bei der Reinigung anfallende Schmutzwasser aufgefangen und ordnungsgemäß entsorgt beziehungsweise dem Abwassersystem zugeführt werden.

Die Kosten einer Graffitientfernung richten sich je nach Fläche, Verfahren und Abrechnungsmodell. „Die Faktoren für die Berechnung sind Oberflächenart, Hilfsmittel (Arbeitsgeräte, Mittel), Arbeitszeit, An- und Abfahrt und natürlich ‚Unser Wagnis, unser Gewinn‘“, fasst es Radosavljevic zusammen. Ernst ergänzt: „Für Eigentümer und Verwaltungen gilt daher: Eine fachlich richtige Erstbeurteilung spart im Anlassfall oft Zeit, Kosten und unnötige Folgeschäden.“ ■