Nach der Reifeprüfung mit Fachwissen direkt in die Immobilienwirtschaft einsteigen? Mit einer Matura an der HAK Perg wird das künftig möglich sein. Im Herbst dieses Jahres startet an der oberösterreichischen berufsbildenden höheren Schule (BHS) ein Zweig mit Schwerpunkt „Immobilien-Management“. Die Ausbildung entspricht jener einer klassischen HAK, jedoch wird ab dem dritten Schuljahr zusätzlich Immobilienwissen vermittelt.  

„Wir haben überlegt, wie wir uns neu ausrichten und neue Schwerpunkte setzen können. Als wirtschaftsorientierte Schule ist es wichtig zu schauen, welche Themen am Markt gefragt sind“, erzählt der Schulleiter der HAK Perg, Robert Bayer. Ein Blick auf Willhaben.at habe das Bauchgefühl, in welche Richtung es gehen könne, bestätigt: „Bei der Auseinandersetzung mit dem Thema Immobilien waren wir sehr überrascht, dass es diesen Schwerpunkt trotz der großen Bedeutung dieses Wirtschaftszweiges nicht schon längst im Regellehrplan gibt.“

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Immobilienassistenten-Prüfung in Aussicht

Da die HAK BIZ einen praxisnahen Bezug anstrebt, war Bayer die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft von Anfang an sehr wichtig. Aus diesem Grund nahm er mit der Wirtschaftskammer OÖ, Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder, konkret mit deren Obmann Mario Zoidl und Geschäftsführer Peter Neumann Kontakt auf. Bayer: „Wie wir sah auch die WKO unsere Idee als einen wertvollen Beitrag für die Branche. Wir wollen dem Markt keine Lehrlinge entziehen, sondern dazu beitragen, junge Menschen für Immobilien zu begeistern und zu wertvollen Arbeitskräften auszubilden.“ Die HAK-BIZ-Absolventen verfügen zusätzlich über Kenntnisse in Buchhaltung und Programmen wie SAP und BMD. Das sei ein großer Vorteil für Arbeitgeber, ist der Schulleiter überzeugt. Außerdem müssen die Schüler ein achtwöchiges Pflichtpraktikum außerhalb der regulären Schulzeit in einem branchenspezifischen Unternehmen absolvieren. Zur Attraktivität als Arbeitnehmer soll ebenso beitragen, dass die Schüler des Immobilienschwerpunkts nach Abschluss der vierten Klasse extern die Immobilienassistenten-Prüfung ablegen können – auf freiwilliger Basis, selbstverständlich. An den Prüfungsmodalitäten wird noch gearbeitet. „Mit diesem externen Zertifikat erhöhen sie zusätzlich ihre Jobchancen“, so Bayer.

Eine Idee des Schulleiters ist es außerdem, künftig pro Schuljahr oder Semester eines oder mehrere Unternehmen aus der Immobilienbranche als Mentor oder Host zu gewinnen. Dies soll die Praxisnähe fördern, Einblicke in unterschiedliche Berufsgruppen geben und natürlich auch Recruitingmöglichkeiten bieten. „Wir sehen diese Zusammenarbeit als eine große Chance für alle Beteiligten“, betont Bayer, der ergänzt: „Genau dafür brauchen wir die Verbindung zur Fachgruppe.“ 

Man in grauem Jackett und schwarzer Hose
Robert Bayer, Schulleiter der HAK Perg: „Wir wollen dem Markt keine Lehrlinge entziehen, sondern dazu beitragen, junge Menschen für Immobilien zu begeistern und zu wertvollen Arbeitskräften auszubilden.“ © Hagenmeyer