Seit dem Frühjahr arbeiten Vertreterinnen und Vertreter der zuständigen Ressorts, der Sozialpartner und Fachexpertinnen an einer umfassenden Sanierungsstrategie. Diese umfasst die thermisch-energetische Sanierung, die Dekarbonisierung, die Energieversorgung, die Finanzierung sowie einen praxistauglichen wohnrechtlichen Rahmen.

Kritik an isolierter Betrachtung

Der aktuelle Umlauf-Ministerratsbeschluss greife zwar ein wichtiges Thema auf, löse den Hitzeschutz jedoch aus dem Gesamtprozess heraus, kritisiert Fachverbandsobmann Roman Oberndorfer. Damit würden bestehende Gespräche und die Expertise der Arbeitsgruppe umgangen. „Das schafft Parallelstrukturen und gefährdet eine abgestimmte Gesamtlösung“, so Oberndorfer. Hitzeschutz sei längst keine Komfortfrage mehr, sondern eine zentrale Herausforderung für den österreichischen Gebäudebestand.

Werbung
Wo Wohnträume auf Immobilienexpertise treffen
Am 13. und 14. März 2027 wird die VIECON Messe Wien erneut zum Treffpunkt der österreichischen Immobilienbranche. Die Wiener Immobilien Messe (WIM) bringt Bauträger, Makler, Finanzdienstleister, Investoren und mehr als 5.000 kaufinteressierte Besucher:innen zusammen.
mehr erfahren
Fachverbandsobmann Roman Oberndorfer. © Wirtschaftskammer Österreich
Fachverbandsobmann Roman Oberndorfer. © Wirtschaftskammer Österreich

„Hitzeschutz auf die erleichterte Montage einzelner Geräte zu reduzieren, greift zu kurz. Wir brauchen eine Gesamtstrategie, in der technische, wirtschaftliche und wohnrechtliche Maßnahmen sinnvoll ineinandergreifen“

Sanierungsstrategie statt Einzelmaßnahmen

Aus Sicht der Immobilienwirtschaft kann der Hitzeschutz nicht isoliert betrachtet werden. Maßnahmen zur Kühlung stehen in engem Zusammenhang mit Dämmung, Lüftung, Heizungsumstellung, moderner Gebäudetechnik sowie Fragen der Finanzierung und Kostenverteilung. „Hitzeschutz auf die erleichterte Montage einzelner Geräte zu reduzieren, greift zu kurz. Wir brauchen eine Gesamtstrategie, in der technische, wirtschaftliche und wohnrechtliche Maßnahmen sinnvoll ineinandergreifen“, betont der Branchensprecher.

Konkrete Vorschläge liegen vor

Der WKÖ-Fachverband hat bereits konkrete Vorschläge in die Arbeitsgruppe eingebracht, darunter rechtssichere und praktikable Regelungen für Klimageräte ohne außenliegende Aggregate sowie klare Bestimmungen zu Zustimmung, Wartung, Rückbau und Kosten. Der Verband appelliert, den Ministerratsvortrag unverzüglich in die laufenden Arbeiten der Sozialpartner einzubinden und mit den bestehenden Vorschlägen abzugleichen. „Das Hitzeschutzpaket kann rasch umgesetzt werden – allerdings nur im Einklang mit einer umfassenden Sanierungsstrategie“, so Oberndorfer abschließend.