Die vergangenen Jahre zeigten, dass die sich verändernden klimatischen Bedingungen in Zukunft eine neue Herangehensweise im Umgang mit Wasser erforderlich machen. Geht es um die Einsparung beziehungsweise adäquate Nutzung von wertvollem Trinkwasser, kann die Immobilienwirtschaft dazu einen großen Beitrag leisten.
Gerade im großvolumigen Wohnbau bietet sich die Möglichkeit, den Trinkwasserverbrauch ohne Komforteinbußen nachhaltig zu reduzieren. Die Lösung dafür: die Verwertung von Grauwasser. Hierbei wird gering verschmutztes H2O aus Duschen, Badewannen und Handwaschbecken recycelt und als hygienisch aufbereitetes Betriebswasser im Gebäude über ein eigenes Leitungssystem für Toilettenspülungen und Waschmaschinen sowie zur Bewässerung von Grünanlagen zur Verfügung gestellt.
Bezug zu (Ab)Wassergebühren
Anlagen für das Recycling von Grauwasser sind insbesondere dort effizient und nützlich, wo ausreichend Grauwasser anfällt und gleichzeitig ein kontinuierlicher Bedarf an Betriebswasser besteht, aber genauso dort, wo Wasser- und Abwassergebühren relevant sind. Thomas Lettner, Geschäftsführer der SFC Umwelttechnik, ergänzt: „Diese Lösung ist nicht nur extrem nachhaltig, sondern auch ökonomisch äußerst gewinnbringend, denn bei vielen Objekten wie Mehrfamilienhäusern oder Hotels ab circa hundert Personen amortisiert sich ein solches System bereits innerhalb von weniger als sechs Jahren – bei Trink- und Abwasserkosten von sechs Euro pro Kubikmeter. Aber auch für kleinere Objekte bietet diese Technologie vielfältige Vorteile und sollte in Zukunft für jeden Planer und Bauherrn zur Selbstverständlichkeit werden.“
Anbieter entsprechender Anlagen wie Strebelwerk aus Österreich oder Intewa aus Deutschland können bereits zahlreiche erfolgreich umgesetzte Projekte vorweisen. Das System von Strebelwerk nutzt überdies die Wärme des Grauwassers zur Wärmerückgewinnung und die bei der Wärmepumpe entstehende „Kälte“ zur Gebäudekühlung. So kann der Energiebedarf in Gebäuden deutlich reduziert werden.
„Das Recycling von Grauwasser ist längst aus der Initiationsphase heraus und auf dem Weg zum festen Bestandteil der modernen, nachhaltigen Haustechnik“, betont Lettner. Außerdem macht sich die Technologie in der Bewertung von Gebäuden positiv bemerkbar. Durch die Integration eines Grauwassersystems könne laut Lettner eine höhere Klassifizierung bei Gebäudezertifizierungen erreicht werden. Zudem würden Finanzierungsvorteile aufgrund der EU-Taxonomie und Nachhaltigkeitseinstufung dafür sorgen, dass die Liegenschaft als eine nachhaltige Geldanlage eingestuft werden könne. ■