Mehrere am Sanierungsgipfel 2026 beteiligte Verbände haben einen offenen Brief an Vizekanzler und Wohnbauminister Andreas Babler übermittelt. Darin fordern sie im Zuge der geplanten Reform des Mietrechtsgesetzes gezielte Anreize für Sanierungen sowie Maßnahmen zur Aktivierung bestehender Gebäude. Der offene Brief knüpft an Diskussionen des Sanierungsgipfels 2025 an und thematisiert insbesondere die Bereiche Bodenverbrauch, Nachverdichtung und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für Sanierungen.
Nach Angaben der unterzeichnenden Organisationen könnten entsprechende Anpassungen ohne zusätzliche direkte Belastungen der öffentlichen Haushalte wesentliche Impulse für Sanierung, Dekarbonisierung, Wohnqualität und die Schaffung zusätzlichen Wohnraums setzen. Die Verbände verweisen darauf, dass umfassende Sanierungen unter den aktuellen mietrechtlichen Rahmenbedingungen häufig wirtschaftlich schwer darstellbar seien.
Sanierungsanreize für energetisch modernisierte Gebäude
Konkret sprechen sich die Organisationen für einen Sanierungsanreiz im Mietrechtsgesetz für umfassend generalsanierte Altbauten mit hohem energetischem Standard aus. Gebäude, die nach einer umfassenden Modernisierung ein hohes Energieeffizienzniveau erreichen, sollten nach Ansicht der Verbände mietrechtlich wie Neubauten behandelt werden. Damit verbunden ist die Forderung, entsprechende Objekte aus dem Richtwertsystem herauszunehmen, sofern ein mit Neubauten vergleichbarer Wohn- und Energiestandard erreicht wird.
Darüber hinaus fordern die Unterzeichnenden mehr Rechtssicherheit für Eigentümer, Investor und Mieter. Dies solle dazu beitragen, Sanierungsprojekte besser planbar und finanzierbar zu machen. Gleichzeitig regen die Verbände an, die Bundesländer stärker einzubinden, um Nachverdichtungen, Aufstockungen, Dachgeschoßausbauten und weitere Maßnahmen zur Bestandsaktivierung baurechtlich zu erleichtern.
Rahmenbedingungen für Investitionen verbessern
Im offenen Brief weisen die Verbände darauf hin, dass Investitionen in den Gebäudebestand aus ihrer Sicht durch die derzeitigen mietrechtlichen Rahmenbedingungen erschwert würden. Ohne entsprechende Anpassungen fehle ein wesentlicher wirtschaftlicher Anreiz für großvolumige Sanierungen. Gleichzeitig sehen die Organisationen darin die Möglichkeit, die Qualität des Wohnungsbestands langfristig zu sichern und Beschäftigungsimpulse für die Bauwirtschaft zu setzen.
Zu den Mitunterzeichnenden zählen unter anderem die Bundesinnung Bau, die Landesinnung Bau, der Fachverband der Holzindustrie Österreichs, die IG Lebenszyklus Bau, Facility Management Austria, die Qualitätsplattform Sanierung sowie weitere Organisationen aus Bau-, Immobilien- und Forschungsbereichen.