Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Architekturmagazins Massiv! Inside kamen am 29. Juni im Radisson Blu Triest Hotel in Wien Fachleute aus Architektur, Stadtplanung und Bauwirtschaft zusammen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Fragen zur nachhaltigen Stadtentwicklung, zum leistbaren Wohnbau sowie zu integralen Planungs- und Bauprozessen. Das Magazin erscheint als Print- und Digitalausgabe und wird künftig unter dem Namen Mineralisch Massiv! Inside fortgeführt.

Andreas Pfeiler, Geschäftsführer des Fachverbands Steine-Keramik in Wien, betonte die Bedeutung mineralischer Baustoffe für langlebige und ressourcenschonende Bauweisen. „Mineralische Baustoffe und massive Architektur waren der Inbegriff der Moderne, sie waren immer zeitgemäß und sind es auch heute“, sagte Pfeiler. Die aktuelle Jubiläumsausgabe des Magazins greife zahlreiche Projekte auf, die diese Entwicklung veranschaulichen.

Werbung
So teuer war der Nachbarverkauf
Mit der Kaufpreiskarte sehen Sie echte Verkaufspreise in Ihrer Umgebung und finden schnell passende Vergleichsobjekte.
mehr erfahren

Historische Bausubstanz als Ressource

Caroline Rodlauer, Architektin bei Rosa Architektur in Wien, verwies auf die Villa Beer in Wien-Hietzing als Beispiel für den behutsamen Umgang mit historischer Architektur. Das nach einer umfassenden Restaurierung wiedereröffnete Gebäude zeige, wie bestehende Bausubstanz weiterentwickelt werden könne. „Umbauen statt neu bauen gehört zu den nachhaltigsten Formen des Bauens“, sagte Rodlauer. Bei Erweiterungen gelte es, das Stadtbild zu bewahren und einen stimmigen Dialog zwischen bestehender und neuer Architektur zu schaffen. Eine qualitätsvolle Nachverdichtung könne zudem zur Verringerung der Bodenversiegelung beitragen.

Auch Reinhold Sahl, Burghauptmann der Burghauptmannschaft Österreich in Wien, hob die Bedeutung historischer Gebäude hervor. Die Sanierung und neue Nutzung bestehender Bauwerke gewinne zunehmend an Bedeutung. Viele historische Gebäude verfügten über Qualitäten, die heute nur mit erheblichem Aufwand nachgebildet werden könnten. Gleichzeitig zeige der Bestand die Langlebigkeit und Tragfähigkeit mineralischer Baustoffe.

Potenziale für den Wohnbau

Armin Mohsen Daneshgar, Architekt bei Daneshgar Architects in Wien, sieht insbesondere in bestehenden Gebäuden und Dachflächen großes Entwicklungspotenzial. Nach seinen Angaben könnten allein auf den Dachflächen Wiens rund 200.000 zusätzliche Wohnungen entstehen. „Die Zukunft des Bauens liegt nicht im Gegensatz zwischen Bestand und Neubau, sondern in der intelligenten Weiterentwicklung dessen, was bereits vorhanden ist“, sagte Daneshgar.

Ein weiteres Beispiel aus der Jubiläumsausgabe des Magazins ist ein Wohnbauprojekt in Platja d’en Bossa auf Ibiza. Dort kommen massive Baustoffe laut den Projektverantwortlichen so zum Einsatz, dass Gebäude ohne energieintensive Klimaanlagen auskommen. Robuste Materialien und eine gezielte Luftführung sollen zur Kühlung beitragen.

Zum Abschluss der Veranstaltung verwies Pfeiler auf die regionale Wertschöpfung der mineralischen Baustoffbranche. Kurze Transportwege und die Stärkung ländlicher Strukturen seien weitere Merkmale der Branche, so der Geschäftsführer des Fachverbands Steine-Keramik.