Der Immobilienmarkt erholte sich 2025 langsam wieder von den Tiefen der vergangenen Jahre“, sagte Roman Oberndorfer, Obmann des Fachverbandes der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), bei der Präsentation des Immobilienpreisspiegels 2026 am 24. März 2026. Und weiter: „Der Immobilienpreisspiegel des Fachverbands erscheint mittlerweile zum 37. Mal und ist für Unternehmen, den gesamten Immobiliensektor sowie die interessierte Öffentlichkeit eine zuverlässige, faktenbasierte Grundlage zur Preisbeobachtung am österreichischen Immobilienmarkt.“ Mario Zoidl, stellvertretender Fachverbandsobmann sowie Berufsgruppensprecher der österreichischen Immobilienmakler, ergänzte: „2025 stieg die Zahl der bundesweiten Immobilientransaktionen im Vergleich zum Jahr davor um erfreuliche 8,98 Prozent auf 91.000.“ Besonders deutlich war der Anstieg beim Erwerb von Wohnimmobilien. Dieser betrug satte 20,96 Prozent. „Das ist für den Markt und unsere Unternehmen ein durchweg erfreulicher Prozess“, so Zoidl. Lediglich beim Kauf von Bauland gab es einen leichten Rückgang von 3,66 Prozent zu verzeichnen.
Steigende Nachfrage nach Bestandsimmobilien
Mit einem Preisanstieg von rund 1,23 Prozent bei Eigentumswohnungen im Erstbezug und einer Preissteigerung von 1,82 Prozent bei gebrauchten Immobilien blieben Bestandsimmobilien mit einem durchschnittlichen Preis von 2.278,72 Euro pro Quadratmeter günstiger als Neubauten. Diese erzielten einen Quadratmeterpreis von 3.602,97 Euro. „Die Nachfrage nach Bestandsimmobilien wird größer, die Preise ziehen an“, fasste Zoidl die Detailergebnisse des Immobilienpreisspiegels 2026 zusammen.
Oberndorfer führte aus: „Bei neuwertigen Mietwohnungen stiegen die Preise im Schnitt um 2,04 Prozent. Wohnungen dieser Kategorie wurden bundesweit im Durchschnitt um 9,49 Euro pro Quadratmeter vermietet.“ Der Fachverbandsobmann konstatierte: „Wir befinden uns daher 2025 in einem durchweg gesunden Immobilienmarkt, da Angebot und Nachfrage noch in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Das zeigen die Zahlen sehr deutlich.“
Wiener Zinshausmarkt im Aufschwung
Der Wiener Zinshausmarkt zog mit 348 registrierten Transaktionen im Vorjahr und damit einem Plus von 19 Prozent gegenüber dem Jahr 2024 wieder an, und das Transaktionsvolumen überschritt erstmals seit 2022 wieder die Grenze von einer Milliarde Euro. „Der Wiener Zinshausmarkt sendet mit dem Überschreiten der Milliardenschwelle ein klares Erholungszeichen. Aber nicht nur das Volumen, sondern auch die Anzahl der Transaktionen stieg. Das ist ein Signal, dass das Vertrauen der Investoren wieder zunimmt“, betonte Eugen Otto, Geschäftsführer von Otto Immobilien, bei der Pressekonferenz.
Immobilienwirtschaft fordert rasche Reformen
Der Immobilienmarkt in Österreich habe sich im abgelaufenen Jahr langsam erholt. Es zeige sich deutlich, dass er sich gesund und vernünftig entwickeln würde, resümierten Oberndorfer und Zoidl. Steigende Transaktionszahlen, moderat gestiegene Preise, verbunden mit realistischen Preisvorstellungen auf Verkäuferseite und ebensolchen Finanzierungsvorstellungen bei Käuferinnen und Käufern – das Vertrauen in den Immobiliensektor sei sichtbar gewachsen. Die Menschen setzten wieder auf Immobilien als stabile und sichere Wertanlage und als Basis für den Vermögensaufbau.
Doch warnten die Fachverbandsobmänner Oberndorfer und Zoidl übereinstimmend: Ohne rasche Reformen und Gegenmaßnahmen wie einen echten Sanierungs- und Neubauturbo, die Reparatur der Wertsicherungsklausel über Erleichterungen bei kostentreibenden Baunormen, Förderungs- und Rechtssicherheit bis hin zu besseren rechtlichen Rahmenbedingungen könne sich die Situation am Markt rasch ins Gegenteil verkehren. Für eine beständige Entwicklung am Markt brauche es dringend Maßnahmen, die den Neubau und Sanierungen erleichterten. Denn man wisse, dass das Angebot die Nachfrage nicht mehr lange decken könne. In der Folge sinke das Angebot, die Nachfrage steige, überdies würden die Preise nach oben schießen. Dem müsse effektiv entgegengewirkt werden. ■
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Der Immobilienpreisspiegel 2026 ist zum Preis von 59 Euro (für WKO-Mitglieder: 49 Euro) zzgl. USt und Versandkosten beim Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Österreich, Wiedner Hauptstraße 57/2/2/5, 1040 Wien, erhältlich. Bestellungen per E-Mail an bestellung-immo@wko.at, telefonisch unter 05 90 900-5522 oder per Fax an 05 90 900-115522.