Zwangsversteigerungen von �Immobilien gehen zurück

17.05.2017

 
Zwangsversteigerungen von ­Immobilien gehen zurück
Das Schätzwertvolumen der zur Zwangsversteigerung anberaumten Liegenschaften belief sich im Jahr 2016 auf 359 Millionen Euro, die Anzahl der Termine auf über 1800.
Das Schätzwertvolumen der zur Zwangsversteigerung anberaumten Liegenschaften belief sich im Jahr 2016 auf 359 Millionen Euro, die Anzahl der Termine auf über 1800.

Auch 2016 ist die Anzahl der anberaumten Termine für die Zwangsversteigerung von Liegenschaften weiter zurückgegangen. Gegenüber dem Vorjahr mussten die Gerichte 17,1 Prozent weniger Termine ansetzen. Vergleicht man dies mit den Jahren nach der Finanzkrise infolge der Lehman-Pleite, also z. B. 2009 und 2010, ist damit in etwa eine Halbierung der jährlich in Österreich anberaumten Zwangsversteigerungstermine zu beobachten. Das Schätzwertvolumen der zur Zwangsversteigerung anberaumten Liegenschaften belief sich im Jahr 2016 auf 359 Millionen Euro, die Anzahl der Termine auf über 1800.

Rückgänge in allen Kategorien

Vom Rückgang der Termine waren Gewerbeimmobilien (-22,5 %) und Grundstücke (-21,0 %) stärker betroffen als Wohnimmobilien (-13,3 %). Wertmäßig betrachtet schrumpfte das Volumen der den Terminen entsprechenden Immobilienschätzwerte bei Wohnimmobilien im Jahr 2016 allerdings kaum (-4,2 %), was den durch die Marktnachfrage gekennzeichneten Wertanstieg dieser Immobilienkategorie reflektiert. Hingegen verloren Gewerbeimmobilien und Grundstücke wertmäßig noch stärker als nach Terminanzahl, die Rückgänge betrugen 30,0 % bzw. 28,5 %. 

Die Analyse der SmartFacts-Datenbasis nach Bundesländern zeigt im Ranking keine wesentlichen Unterschiede zu 2015: Niederösterreich weist nach wie vor die meisten, Vorarlberg die wenigsten anberaumten Termine auf.

Bemerkenswert dabei ist, dass die absolute Anzahl der Termine in Kärnten relativ stabil geblieben, in Salzburg – allerdings von einem niedrigen Niveau ausgehend – sogar gestiegen ist. Bei genauerer Betrachtung muss man allerdings in Salzburg davon ausgehen, dass es sich hier vielmehr um einen Einmal­effekt als um eine kontinuierliche Entwicklung handelt. 

In der Gesamtbetrachtung der zur Versteigerung anberaumten Objekte im Jahr 2016 betraf jeder zweite Termin eine Wohnimmobilie, jeder vierte Termin eine Gewerbeimmobilie und jeder sechste Termin ein unbebautes Grundstück.

Analyse der Immobilienkategorien nach Verkehrswerten
In der Gesamtbetrachtung der ermittelten Verkehrswerte in Höhe von 359 Millionen Euro entfallen 57 % auf Wohnimmobilien, 37 % auf Gewerbeimmobilien und 6 % auf Grundstücke. 

Den am Gesamtvolumen größten Anteil an Schätzwerten von 359 Millionen Euro nimmt nach wie vor Niederösterreich mit 70,6 Millionen Euro ein, gefolgt von Steiermark mit 50,9 Millionen Euro und Kärnten mit 50,7 Millionen Euro. Die Bundesländer Wien (43,5 Mio. Euro), Tirol (41,3 Mio. Euro), und Salzburg (38,7 Mio. Euro) positionieren sich im Mittelfeld, Oberösterreich (37,9 Mio. Euro), Burgenland (18,2 Mio. Euro) und Vorarlberg (6,9 Mio. Euro) und stellen die geringsten Volumina.

Verhältnis Schätzwert zum ­geringsten Gebot

Bei über 59 Prozent aller anberaumten Zwangsversteigerungstermine im Jahr 2016 wurde über Antrag der betreibenden Partei ein höherer Betrag als die Hälfte des Schätzwerts als geringstes Gebot der Versteigerung zugrunde gelegt. Im Durchschnitt konnte jedoch nur jeder vierte Zwangsversteigerungstermin mit einem geringsten Gebot über der Hälfte des Schätzwerts einen Zuschlag ver­zeichnen.