Solide Marktleistung

09.09.2014

 
Seit kurzem liegt der Salzburger Immobilienindex SIX für 2013 vor. Er weist einen Höchststand beim Gesamttransaktionenvolumen im Wohnsegment aus. Der Büroimmobilienmarkt ist stabil.
In der Ortsgemeinde Elsbethen im Bezirk Salzburg-Umgebung kostete im Vorjahr ein Quadratmeter Bauland im Durchschnitt 600 Euro.
In der Ortsgemeinde Elsbethen im Bezirk Salzburg-Umgebung kostete im Vorjahr ein Quadratmeter Bauland im Durchschnitt 600 Euro.

„Die Nachfrage nach Wohnimmobilien in Salzburg ist hoch, jedoch gegliedert. Vor allem Objekte im mittleren, leistbaren Segment, in dem es allerdings zu wenig Angebot gibt, sind begehrt. Im Gegensatz dazu beruhigt sich die Nachfrage nach gehobenen Immobilien. Echte Luxusliegenschaften, bei denen alle Aspekte passen, gehen aber weiterhin gut“, berichtet Gerald Hubner, Fachgruppenobmann der Salzburger Vermögens- und Immobilientreuhänder. Etwas gedämpfter fällt die Abwägung von Andreas G. Gressenbauer, Präsident des IR Immobilienring Österreich, aus: „Im Gegensatz zu vor ein paar Jahren ist die Nachfrage verhaltener, das Angebot nicht optimal. Interessenten, die jetzt suchen, sind wegen der hohen Preise sensibilisiert.“

Dauerbrenner Grundstückspreise
Der Salzburger Immobilienindex SIX, den Hölzl & Hubner Immobilien jährlich veröffentlicht, gießt Expertenmeinungen in Zahlen – selbstredend allerdings erst im Nachhinein. Neben den grundbücherlich erfassten Verkäufen in der Stadt Salzburg berücksichtigt der Index jene in den Umlandgemeinden Elsbethen, Anif, Grödig, Großgmain, Wals-Siezenheim, Bergheim, Elixhausen sowie Hallwang. Kürzlich erschien der SIX für 2013. Er weist für das Vorjahr im Wohnsegment 2.035 Verkäufe mit einem rekordverdächtigen Gesamttransaktionsvolumen von 660 Millionen Euro auf. Damit wechselten um sieben Prozent mehr Immobilien als 2012 den Besitzer. Die aufgrund des chronischen Mangels an Bauland hohen Grundstückspreise sind in der Mozartstadt und ihrer Umgebung ein Dauerbrenner. Mit Spitzenwerten von bis zu 1.400 Euro/m2 mussten Interessenten im begehrten Nonntal am tiefsten in die Tasche greifen. Der Durchschnittswert der vom SIX berücksichtigen Grundstückspreise lag bei 638 Euro/m2; rund 64 Prozent mehr als noch vor einer Dekade.
Die Analyse des vorjährigen Wohnungsmarktes zeigt sowohl bei Neubau- als auch bei Bestandswohnungen einen deutlichen Preisanstieg.

Neubau- und Bestandswohnungen viel teurer
Die Durchschnittspreise im Neubau kletterten im Vergleich zum Jahr 2012 um 17 Prozent auf 4.300 Euro/m2. Auch in dieser Kategorie ist übrigens das Nonntal das teuerste Pflaster. Bestandswohnungen verteuerten sich gemäß dem SIX in Relation zum Vorjahr ebenfalls um 17 Prozent. Sie kosteten im Schnitt 2.728 Euro/m2. „Aktuell wird in der Stadt Salzburg in Lehen, Liefering und Maxglan nachverdichtet. Es entstehen große Wohnanlagen, bei denen der Quadratmeter um etwa 4.000 Euro zu haben ist“, erläutert Fachgruppenobmann Hubner. Das könnte die Preisspirale ein bisschen abbremsen.

Und der Büroimmobilienmarkt? Der brachte dem SIX zufolge im Vorjahr eine solide Vermietungsleistung, die sich anfänglich etwas zögerlich zeigte, jedoch ab dem Sommer stetig anstieg. Im Vergleich zu 2012 stieg die Anzahl der Vermietungen leicht an, wobei sich der Großteil der Nachfrage auf die typischen Salzburger Größen bezog, die zwischen 150 m2 und 250 m2 liegen. Der Trend geht dabei klar in Richtung Büroimmobilien, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Darüber hinaus legen die Unternehmen auf Repräsentativität, Architektur, Erreichbarkeit, Infrastruktur, flexible Raumkonzepte sowie Energieeffizienz großen Wert.

Standorte, die diese Erfordernisse nicht erfüllen, werden von vornherein ausgeschlossen. Sie sind auch über niedrige Preise nur erschwert an den Mann zu bringen. Am anderen Ende der Skala erreichen die Spitzenmieten in sehr guten Lagen bis zu 12,80 Euro/m2. Diese Werte sind beispielsweise für Neubau-Offices mit Topkomplettausstattung im Bereich der Einzugstangente Flughafen in Maxglan und Wals realistisch.

Nur 4,3 Prozent BüroLeerstand
Insgesamt punktet Salzburg innerhalb von Österreich mit einem äußerst stabilen Büromietermarkt. Dank einiger Neuzuzüge und Firmenvergrößerungen lag die Leerstandsrate laut dem SIX im Vorjahr bei schlanken 4,3 Prozent. Von den 2012 fertiggestellten Neubauprojekten – zum Beispiel AOP Wals und „Stadtwerk“ – konnte der Großteil vermietet werden. Und ein internationaler Konzern, der in Kürze seinen Standort in Salzburg eröffnet, belegt in der Nähe des Flughafens knapp 3.000 m2 Bürofläche. Das Barometer zeigt somit weiterhin nach oben.