Internationale Händler setzten auf Wien

22.02.2016

 
Wiens Top-Lagen werden für internationale Retailer immer interessanter. Luxuslabels zahlen in der Innenstadt „Liebhaberpreise“ von mehr als 400 Euro pro m² und Monat für Primelagen.
Das neue Citygate in Wien Floridsdorf ist für internationale Händler eine alternative zu teuren Innenstadtlagen.
Das neue Citygate in Wien Floridsdorf ist für internationale Händler eine alternative zu teuren Innenstadtlagen.

Wien wird für internationale Retailer immer interessanter, diese konzentrieren ihr Interesse allerdings zunehmend auf Top-Standorte mit hoher Frequenz. Diese Aussage geht aus dem aktuellen Retailmarktbericht der Wiener Otto Immobilien Gruppe hervor, der kürzlich präsentiert wurde. Ein wichtiger Umsatzträger sei der steigende Online-Handel, der bereits neun Prozent der gesamten Einzelhandelsausgaben in Österreich ausmacht, wobei der Textil- und Elektronikhandel zu den stärksten Branchen zählen. „Neben den klassischen Online-Shops stellen ‚Omnichannel‘-Konzepte, die den stationären Handel mit Online-Vertriebskanälen verbinden, einen neuen Trend dar“, berichtet Sarah Sonnleitner, Expertin für Geschäftsflächen.

Für das Mietpreisniveau in den Top­lagen der Wiener Innenstadt geht man bei Otto Immobilien von einer stabilen Situation aus. Im „Goldenen H“ zwischen Kärntnerstraße, Graben, Kohlmarkt und dem Goldenen Quartier sei die Nachfrage nach wie vor sehr groß. „In Prime-Lagen werden von Luxus-Labels aber bereits ‚Liebhaber-Preise‘ von mehr als 400 Euro pro m² und Monat bezahlt, so Alexander Fenzl, Leiter des gewerblichen Maklerteams. In City-Nebenlagen liegen die Preise zwischen 15 und 200 Euro pro m² und Monat, in themenorientieren Lagen der City, wie etwa rund um den Rudolfsplatz, beobachtet man Mieten bis maximal 30 Euro pro m² und Monat, Tendenz steigend.

Einkaufszentren: Wachstum in Wien stark eingebremst
Seit dem zweiten Halbjahr 2014 kamen im Großraum Wien rund 50.000 m² zusätzliche Flächen auf den Markt, dies betraf u. a. die Erweiterung des Auhof Centers Bauteil III, die Einkaufsmall ­Citygate und die ÖBB BahnhofCity. 
Das Flächenwachstum von Einkaufszentren im Großraum Wien hat sich damit stark eingebremst. „Was die Mieten betrifft, so liegt Wien mit 1320 Euro pro m² und Jahr (110 Euro pro m² und Monat) in den EKZ-Bestlagen im oberen Mittelfeld, etwa auf Berliner Niveau“, so Alexander Bosak, Leiter der Immobilien Research. Die günstigsten Mieten findet man laut einer Studie von Knight Frank in Madrid (530 Euro pro m² und Jahr), die teuersten in London (6785 Euro pro m² und Jahr).

In der Wiener Innenstadt beobachtet man bei Otto Immobilien einige interessante neue Initiativen. So hat sich unter der Marke „Wohnmeile 1010“ ein neues Cluster mit Interior-Design etabliert, das sich vom Schottenring über den Rudolfsplatz bis hin zum Morzinplatz erstreckt. 

Als „Initiative Herrengasse Plus“ haben sich Anrainer und Liegenschaftseigentümer zusammengetan, um durch eine Begegnungszone und andere architektonische Maßnahmen die Herrengasse zu beleben. Und eine weitere interessante Entwicklung einer City-Nebenlage ist das Grätzel Wipplingerstraße/Hoher Markt und Judenplatz, wo sich neue Gastronomieprojekte etabliert haben.