Energieeffizienz ist das Thema der Stunde

05.04.2012

 
Udo Hoffmann, Geschäftsführer von Otis Österreich, im OIZ-Interview über Sicherheit, Komfort und Nachhaltigkeit von Aufzugsanlagen.
Otis Compass: Durch Eingabe der Zieletage oder mittels Chipkarte wird dem Benutzer in Sekundenschnelle über den Touchscreen der günstigste Aufzug zugewiesen.

OIZ: Welche aufzugstechnischen Herausforderungen sind derzeit besonders aktuell?
Hoffmann:
 Von der Gesamtenergie, die in einem Gebäude verbraucht wird, entfallen rund fünf Prozent auf den Betrieb von Aufzügen. Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit gewinnen daher auch in diesem Bereich an Bedeutung. Otis hat dieser Entwicklung mit der GeN2-Gurttechnologie längst Rechnung getragen. Mit Einführung des energierückgewinnenden Antriebs ReGen Drive haben wir diesen grünen Weg fortgesetzt. Seit 2010 werden alle GeN2-Aufzüge serienmäßig mit diesem neuen Antrieb ausgestattet. Damit gelingt es erstmals, die Bremsenergie des Aufzugs in das gebäudeinterne Stromnetz zurückzuspeisen und so den Energieverbrauch eines Gebäudes zu senken. Die Energieeinsparung gegenüber einem Hydraulikaufzug beträgt 75 Prozent bei rund 300.000 Fahrten im Jahr. 

Besonders herausfordernd ist es, den Verbrauch der Aufzüge im Stillstand zu reduzieren. Das haben wir erreicht, indem wir die Beleuchtung der gesamten GeN2-Aufzugsreihe auf LED-Beleuchtung umgestellt haben. 

Damit realisieren wir ein Einsparungspotenzial von bis zu 85 Prozent gegenüber Sparlampen und Leuchtstoffröhren. Optimierte Kontrollerkomponenten in der gesamten GeN2-Modellreihe senken den Standby-­Bedarf im Stillstand weiter. So erreichen wir schon bald in allen Nutzungskategorien die Energieeffizienzklasse A. Seit einem Jahr hat Otis Aufzüge mit Energieeffizienzklasse A in Betrieb. 

OIZ: Wie geht es mit der sicherheitstechnischen Nachrüstung von bestehenden Anlagen voran?
Hoffmann
: Gemäß dem Wiener Aufzugsgesetz von 2006 müssen alle Personenaufzüge bis März 2013 mit Kabinentüren an allen Fahrkorbzugängen ausgerüstet sein. Weiters sind Fernnotrufsysteme für eine rasche und effektive Notbefreiung im Fahrkorb eingeschlossener Personen vorgeschrieben. Außerdem müssen alle Personenaufzüge mit Antrieben ausgerüstet sein, die eine Stufenbildung zwischen Haltestellen- und Fahrkorbfußbodenniveau und somit Stolpergefahr vermeiden. Laut aktuellen Zahlen des TÜV sind in Wien aber noch rund 2.200 Aufzüge ohne Fahrkorbtüren in Betrieb. Die sicherheitstechnischen Überprüfungen werden zwar größtenteils zeitgerecht durchgeführt, nicht aber die Behebung der Sicherheitsmängel. Trotz des Risikos stellen wir fest, dass die Investitionen eher hinausgeschoben werden. Oft sind keine finanziellen Mittel vorhanden bzw. ist eine Modernisierung des Aufzuges bei der Hausgemeinschaft nicht budgetiert. 

Otis jedenfalls bietet für die sicherheitstechnische Nachrüstung bestehender Anlagen die entsprechenden Lösungen. Um Schwung in die Nachrüstung zu bringen, haben wir im Vorjahr eine Umfrage bei Hausverwaltungen und in der Immobilienwirtschaft durchgeführt.

OIZ: Was steht punkto Komfort im Fokus?
Hoffmann:
 Otis bietet dazu mehrere Lösungen. Mit GeN2 Mod etwa haben wir bereits 2008 die Vorzüge der GeN2-Gurt-Technologie auch für die Modernisierung verfügbar gemacht: Fahrkomfort, Sicherheit, Zuverlässigkeit und Umweltverträglichkeit. Im Zuge der Modernisierung werden verschleißarme, umweltfreundliche Tragemittel, kleine energieeffiziente Motoren sowie neue Antriebssysteme eingesetzt. 

Modernes iPad-Feeling bietet Otis für Außendruckknopfkästen bei der Modernisierung bestehender Anlagen (e*Touch), die über eine Otis-MCS-Steuerung verfügen. Sogenannte Lichtvorhänge bei der Kabinentür erhöhen die Sicherheit und den Komfort. Komfort heißt aber auch, dass lange Wartezeiten beim Aufzug am Morgen zu Arbeitsbeginn oder überfüllte Kabinen zur Mittagszeit nicht mehr sein müssen. So wickelt das Compass-Zielwahlsteuerungssystem von Otis Aufzugsfahrten auf effizientestem Weg ab und bringt Fahrgäste auf dem schnellsten Weg in die gewünschte Etage. 

Über einen modernen Berührungsbildschirm, einen Touchscreen oder mit einer Chipkarte gibt der Nutzer sein Fahrziel ein. Otis Compass überprüft die Eingabedaten und gruppiert die Fahrtwünsche. Innerhalb einer Sekunde nach Eingabe erhält der Nutzer die Information, welcher Aufzug ihn am schnellsten und ohne viele Zwischenstopps an sein Ziel bringt. Personen, die in dieselbe Etage oder angrenzende Stockwerke fahren, wird dieselbe Aufzugskabine zugeteilt. 

OIZ: Welche Service­leistungen sind aktueller Standard?
Hoffmann:
 Otis hat ein einzigartiges Serviceangebot entwickelt: Otis Elite Service. Es garantiert schnelle Reaktionszeiten, vorbeugende Diagnosen, exklusive Informationen, flexiblen Aufzugsbetrieb und eine Anlagenverfügbarkeit von über 98 Prozent. Basis für diese Leistungen sind das einzige österreichische Kompetenzzentrum mit dem größten Serviceteam der Aufzugsbranche sowie die erste vom TÜV zertifizierte Ferneinwirkung an Aufzugsanlagen. Sie ermöglicht es, vom OtisLine-Center aus Sofortmaßnahmen an Aufzugsanlagen einzuleiten.

Text: Hansjörg Preims