Monitoring des Wasserverbrauchs = Gebäudeschutz

07.06.2022

Von: Redaktion OIZ
Eine Leckage in einem Verteilsystem einer Immobilie durch modernstes Monitoring sofort zu erkennen, ist ein wesentlicher Faktor für einen Investor.

Ein un- oder spät entdeckter Rohrbruch richtet meistens großen Schaden in der Wohnung und im Gebäude an. Vermeiden lässt sich das mit intelligenten Wasserzählern, die kaum noch etwas mit dem guten alten Hauswasserzähler gemein haben. Wasserzähler nach neuestem Stand der Haustechnik messen nicht nur passiv die durchfließende Wassermenge, sondern erkennen ungewöhnlich hohen Wasserverbrauch zeitnah und können entsprechend Alarm schlagen. Das erleichtert es natürlich auch, gesetzliche Vorschreibungen mehr als nur zu erfüllen, zum Beispiel das Wiener Wasserversorgungsgesetz, nach welchem der Wasserabnehmer die Verbrauchsanlage alle drei Monate auf ihre Dichtheit zu überprüfen hat.

„Je größer der durchschnittliche Wasserverbrauch, umso relevanter wird es natürlich, der Ursache auf den Grund zu gehen“, weiß auch Andreas Glatzl, Geschäftsführer der SEM Energie- und Gebäudemanagement GmbH. „Daher sollte der Wasserverbrauch möglichst eng überwacht werden.“ Stand der Technik ist hier die Möglichkeit einer Online-Messung und -Überwachung, um allfällige Abweichungen zeitnah erkennen zu können. In einem Neubau ist modernste Technologie denn auch gut vernetzbar. Andererseits: „In Bestandsgebäuden ist eine entsprechende Nachrüstung doch eine abzuwägende Kostenfrage, zumal im städtischen Bereich“, so Glatzl.

Wassertropfen
Durch Monitoring, Datenvisualisierung und Datenanalyse decken die „Digital Services“ bei Siemens Smart Infrastructure System-Unregelmäßigkeiten auf und unterstützen dabei, präventiv statt nur reaktiv zu handeln.

Stichwort: Digitalisierung beziehungsweise Digital Twins

Siemens bietet nicht nur Komponenten wie Wasser- und Wärmemengenzähler, um Messdaten zu generieren, sondern verfügt im Unternehmen auch über erfahrene Experten, die als Dienstleistung sich speziell mit der Sammlung und Auswertung von Daten beschäftigen und Objektbetreiber, Eigentümer und Facility Manager bei der Analyse dieser Daten mit Rat und Tat unterstützen. „Dabei befindet sich unser Produktportfolio in einem starken Wandel, auch Stichwort Digitalisierung beziehungsweise Digital Twins. Wir sind dabei, unsere Produkte mehr und mehr so weiterzuentwickeln, dass sie entweder direkt in eine Cloud-Plattform Daten generieren oder mit zusätzlichen Schnittstellen auch einfache bestehende Komponenten durch Ergänzung zum Beispiel von einer speziellen Schnittstelle aufgeschaltet werden können“, erklärt Georg Bayer, Produkt- und Portfolio Manager Siemens Smart Infrastructure.

In der Siemens Cloud wird es zukünftig immer mehr automatisierte Prozesse beziehungsweise Künstliche Intelligenz geben, die selbstständig reagiert oder aufgrund von hinterlegten Werten alarmiert. Zum Beispiel wenn es Wasserverbrauch übers Wochenende gibt, wo keiner sein sollte. Das geht stark in Richtung Gebäudeschutz – im Immobilienbereich ein großes Thema, denn die Sanierung eines Wasserschadens ist sehr teuer und aufwändig. Eine Leckage in einem Verteilsystem einer Immobilie führt zu enormen Bauschäden. Das über ein aktuelles Monitoring sofort zu erkennen und ehestmöglich entsprechend zu alarmieren und einzuschreiten, ist ein wesentlicher Faktor für einen Investor. „Wir mit unseren Zählern in Verbindung mit einer Cloud bezieungsweise mit Echtzeitkommunikation im Gebäude sind sofort in der Lage, das Facility Management zu alarmieren und so die Investition, das Gebäude zu schützen“, so Bayer. Und: „Hier werden wir zukünftig auch für den Wohnbau noch interessante Lösungen bieten können. In Kombination mit smarten Thermostaten ist zum Beispiel geplant, Leckage-Sensoren auf eine Cloud aufzuschalten.“

Ein aktuelles Thema sind weiters sogenannte Walk-by-Lösungen, die mobile Zählerablesung „im Vorbeigehen oder -fahren“ über ein Funksystem, also ohne in eine Wohnung eintreten zu müssen, um den Zähler abzulesen.

Datenbasierte Inspektion entscheidend

Mitarbeiter der Firma SEM
Andreas Glatzl, Geschäftsführer der SEM Energie- und Gebäudemanagement GmbH: „Je größer der durchschnittliche Wasserverbrauch, umso relevanter wird es natürlich, der Ursache auf den Grund zu gehen.“

Die generierten Daten werden vom „Digital Service“ bei Siemens permanent ausgewertet und als nächstes Offering entsprechend auch monitort. Jaspreet Mandair, Business Developer Digital Service Sales bei Siemens Smart Infrastructure, erläutert: „Sobald wir die Daten zur Verfügung haben, können wir beispielsweise feststellen, ob die Lüftung gut funktioniert, ob sie einen hohen Energieverbrauch hat, oder eben auch, ob der Wasserverbrauch so hoch ist, dass eventuell Handlungsbedarf besteht. Das Wichtigste ist, dass man eine datenbasierte Inspektion machen kann.“

Georg Bayer ergänzt: „Die Energiekosten für die Bereitstellung von warmem Brauchwasser steigen immer mehr in Bezug zu den Kosten für Raumwärme. Daher wird der Bereich Brauch-Warmwasserversorgung für die Energieoptimierung immer relevanter.“

„Ergänzend zum Monitoring: Wir können, wenn eine Regelung vor Ort verfügbar ist, aus der Ferne Ventile zudrehen oder Pumpen ausschalten, und haben die Möglichkeit, in die Regelungstechnik einzugreifen und damit, wenn eine Leckage oder das Problem erkannt ist, die Anlage zu stoppen. Was natürlich die Kosten für eine Behebung des Problems erheblich reduziert“, ergänzt Vira Trappl, Portfolio Manager für Gebäudeautomatisierung und Cloud Solutions, Siemens SI Building Products.