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Die Performance und Kundenkontakte sind online gut messbar.

Die Maklerseite nach vorne bringen

10.03.2021

Makler- oder Bauträgerseiten mit Angeboten auch ohne Marktplattformen finden zu lassen ist machbar, erfordert aber eine eigene Expertise.

Von Suchmaschinen nach vorne gereiht werden, das will jeder und daher ist das denkbar schwer. Rund zwei Drittel aller Klicks gehen auf die erste Seite und das gleiche Verhältnis gilt für die ersten in der Reihe zum Rest weiter unten. Auch wenn die meisten Vermittlungen über gängige Plattformen angestoßen werden, ist und bleibt die Website des Immobilienprofis die digitale Visitenkarte. Das betont Jan Königstätter von der Online Agentur Otago anlässlich der Präsentation einer Erhebung der Geschwindigkeiten von Maklerseiten und er spricht hier Schlüsselprobleme an: „Gerade das Bildmaterial, das im Immobiliengeschäft ein essenzieller Faktor im Erstkontakt ist, führt häufig zu einer schlechten Seitengeschwindigkeit.“ Die Dauer bis zum Aufruf und hier ginge es um eine Sekunde auf oder ab, würde das Suchmaschinen-Ranking entscheidend beeinflussen. Das Ergebnis seiner Google-basierten Auswertung dazu umfasst nicht weniger als 1.000 heimische Maklerseiten. Bei den desktopbasierten Auswertungen, die im Frühjahr 2020 durchgeführt wurden, hatte immerhin rund die Hälfte der getesteten Seiten eine sehr zufriedenstellende Aufrufgeschwindigkeit. Ein Drittel war im mittleren Bereich und 120 Maklerseiten waren unzufriedenstellend. Bei den mobilen Aufrufen verkehrte sich das positive Bild mit über achtzig Prozent an schlechten oder mittleren Geschwindikeiten ins Gegenteil.

Mobile Webseite als Stiefkind

Ein Optimierungsbedarf scheint da offensichtlich, zumal mobile Nutzerfreuden mit der Langsamkeit stark schwinden. „Niemand möchte, während er auf den Bus wartet, auch noch auf das Laden einer Seite warten“, veranschaulicht Königstätter. Er empfiehlt Maklern, sich mit der Nutzererfahrung auf mobilen Websites auseinanderzusetzen, weil bereits einfache Dinge Erfolge zeitigen könnten. Serverumstellungen, reduzierte Bildformate, zielgenaue Durchklickmöglichkeiten und Funktionsbereinigungen werden beispielhaft genannt. Eine einfache Bedienbarkeit gilt demnach als Aufwertung, denn ungenutzte Features würden die Orientierung stören. Gern genommene, wie zum Beipiel eine klickbare Telefonnummer, werden aber positiv wahrgenommen. Für den Relaunch von Seiten hat er einen Tipp: „Beginnen Sie mit der mobilen Version, denn funktioniert die Benutzerführung dort, ist die Desktopversion kein Problem.“ Umgekehrt sei das garnicht so sicher.

Optimieren statt manipulieren

Responsive Design, das unabhängig vom eingesetzten Geräten funktioniert, wurde bereits vor zwei Jahren als Kriterium für die Rankings der Suchmaschinen eingeführt. Der Zugriff übers mobile Endgerät kommt im Vergleich zum Standgerät mittlerweile gleich häufig oder sogar häufiger vor. Schnelligkeit ist nicht alles und Thomas Kloos, Geschäftsführer der gleichnamigen Agentur für SEO (Search Enginge Optimization) nennt insgesamt drei bedeutende Treiber bei Suchmaschinen: „Die Relevanz bei den gesuchten Stichwörtern, die allgemeine Beliebtheit einer Seite und die Nutzererfahrung.“ Darunter zu verstehen sei im Wesentlichen der Bezug zum abgefragten Thema, empfehlende Verlinkungen von anderen Seiten und Dinge wie die Verweildauer oder das Verhalten auf den Seiten. Mehr als 200 Einzelkriterien machen einen Ranking-Algorithmus bei Suchmaschinen aus. Manche SEO-Experten kooperieren zwar mit den Anbietern, in aller Regel mit Google, allerdings ohne Details über die Methode zu kennen. Thomas Kloos empfiehlt jedenfalls Inhalte nicht extra wegen der Suchrelevanz einzustellen: „Die beste Strategie ist immer noch, den Mensch in den Mittelpunkt zu stellen und eine gute Nutzererfahrung zu bieten.“ Rund die Hälfte aller Kontakte kommt im Normalfall über die Reihung bei einer Stichwortsuche zustande, was man organische Suche nennt. Nur und 3,5 Prozent macht der Anteil aus, der über vorgereihte Werbung angeklickt wird. Dieses Feedback gibt Alexander Rus, SEO-Spezialist und Gründer von Evergreen Media, und er sieht online Werbung daher kritisch: „Das Potenzial ist im Vergleich gering, aber immerhin können bei Ads kommerzielle Keywords ausgesucht werden.“ Für Anbieter von Lösungen sei jedenfalls die organische Suche und damit die klassische Suchmaschinenoptimierung deutlich erfolgversprechender. Ein Vorteil von SEA, wie das Werbeformat auch heisst, liegt allerdings in der sofortigen Wirksamkeit. Algorithmen greifen Trends über die Zeit auf und bei monatelangem Anlauf, ist das für Immobilieninserate vom Timing schwierig.

Schlüsselbegriffe brainstormen

Eine Adverts-Kampagne braucht mehr als nur klassisches Werbebudget. Know-How muss hierfür in aller Regel vom Profi abgerufen werden. Gerhard Popp, Webentwickler und Webdesigner im Immobilienbereich, betont den Wert einer abgestimmten Keyword-Planung für Adverts: „Eine Luxusimmobilie mit tollen Freiflächen zu bewerben, kann darin münden, dass sich auch Familien reinklicken, die das suchen.“ Streuverluste drohen und das gleiche sei der Fall, wenn man statt Kaufklientel vielleicht mehr Mietsuchende anlockt. Popp empfiehlt ein Brainstorming darüber, was ein Projekt oder ein Objekt ausmacht und was es in der Umgebung an Lebenswertem gibt, das auch gesucht wird: „Man muss die Zielgruppe möglichst einschränken“. Begriffe wie „Immobilie“ oder der Firmennamen als Keyword bei der Immobilienanzeige zu nehmen, sei wenig hilfreich. Für Ersteres sei die Positionierung schwer möglich und Letzteres gehört dann eher zum Eintrag der Firma im online Register gemeinsam mit den Kundenbewertungen. Die Resonanz und die Wege zum Kunden sind laut Experten im Netz jedenfalls sehr gut nachvollziehbar und Kampagnen daher auch entsprechend optimierbar.

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