Der Wiener Zinshausmarkt hat 2025 laut aktuellem Marktbericht von Otto Immobilien ein Transaktionsvolumen von rund 1,04 Milliarden Euro erreicht und damit erstmals seit 2022 wieder die Milliardengrenze überschritten. Gegenüber 2024 entspricht das einem Anstieg von 19 Prozent. Parallel dazu erhöhte sich die Zahl der Transaktionen auf 348 Verkäufe, was einem Plus von 18 Prozent entspricht.

„Der Wiener Zinshausmarkt sendet mit dem Überschreiten der Milliardenschwelle ein klares Erholungszeichen. Nicht nur das Volumen, sondern auch die Transaktionsanzahl ist gestiegen. Ein Signal, dass sich das Vertrauen der Investoren verstärkt“, sagt Eugen Otto, Geschäftsführer bei Otto Immobilien in Wien.

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Starkes Plus bei Volumen und Abschlüssen

Mit dem erreichten Volumen wurde der höchste Jahreswert seit 2022 verzeichnet. Auch die Transaktionsaktivität zog deutlich an. Im zweiten Halbjahr 2025 entwickelte sich der Markt differenziert: Während das Volumen mit rund 439 Millionen Euro unter dem Vergleichszeitraum 2024 lag, stieg die Zahl der Abschlüsse von 151 im ersten auf 157 im zweiten Halbjahr.

Als wesentlicher Faktor für den Rückgang beim Halbjahresvolumen gilt laut Unternehmen ein Einbruch bei sogenannten Share Deals infolge veränderter rechtlicher Rahmenbedingungen. Für diese Transaktionsform wird auch im laufenden Jahr eine verhaltene Entwicklung erwartet.

Grafik zu Transaktionsvolumen Zinshaus
Transaktionsvolumen Zinshaus © Otto Immobilien

„Von Rekordwerten wie in den Jahren 2021 und 2022 ist der Zinshausmarkt zwar noch entfernt. Wir erwarten aber, dass sich die Erholung fortsetzt und rechnen heuer mit einem weiteren Wachstum des Transaktionsvolumens“, sagt Martin Denner, Research-Leiter bei Otto Immobilien in Wien.

Unternehmen prägen das Marktgeschehen

Im zweiten Halbjahr 2025 dominierten juristische Personen sowohl auf Käufer- als auch auf Verkäuferseite. Gemessen am Volumen entfielen rund 90 Prozent der Käufe und 72 Prozent der Verkäufe auf Unternehmen. Damit stiegen die Anteile gegenüber dem ersten Halbjahr deutlich an. Zudem ist laut Marktbericht eine wachsende Zahl an Erstkäufern zu beobachten, die bisher nicht im Zinshaussegment aktiv waren.

„Die Rückkehr der Zinshausentwickler und das gestiegene Interesse institutioneller Verkäufer, die das freundlichere Marktumfeld für langfristig aufgeschobene Transaktionen nutzen, beleben den Markt spürbar. Gleichzeitig sehen wir erstmals seit Jahren, dass immer mehr Eigentümerinnen und Eigentümer ihre Zinshäuser offen und transparent am Markt anbieten“, sagt Philipp Maisel, Leiter Investment bei Otto Immobilien in Wien.

Preise stabilisieren sich in Toplagen

Die Preisentwicklung zeigt laut Bericht erste Anzeichen einer Stabilisierung. In einzelnen Bezirken wurden wieder steigende Mindestpreise registriert. In den Bezirken eins, vier und neun lagen die Zuwächse zwischen zwei und sechs Prozent. Die Maximalpreise stiegen im Durchschnitt um rund ein Prozent, in einzelnen Bezirken um bis zu acht Prozent.

Aktuell liegt der Minimalpreis bei rund 1.540 Euro pro Quadratmeter, während in Toplagen bis zu 10.557 Euro pro Quadratmeter erzielt werden. Die durchschnittliche Rendite beträgt etwa 3,15 Prozent. In Außenbezirken bewegen sich die Maximalrenditen zwischen drei und vier Prozent, in inneren Bezirken zwischen rund 1,4 und 2,4 Prozent. „Die Talsohle bei den Preisen ist klar durchschritten. Zinshäuser in guten Lagen werden wieder als das gesehen, was sie sind, nämlich eine langfristig stabile Anlage mit nachhaltigem Mietzinspotenzial“, so Philipp Maisel.

Bestand weiter rückläufig

Der Bestand an Gründerzeit-Zinshäusern in Wien sinkt weiterhin. Laut Otto Immobilien umfasst er aktuell 13.346 Objekte. Seit der letzten Erhebung entspricht das einem Rückgang um 42 Gebäude, langfristig seit 2009 einem Minus von rund 14 Prozent.

Als Hauptursache nennt das Unternehmen die Umwandlung in Wohnungseigentum. Auch Nutzungsänderungen, etwa in Richtung Hotel, tragen zum Rückgang bei, während Abrisse nur eine untergeordnete Rolle spielen. Für das laufende Jahr erwartet Otto Immobilien eine weitere Belebung des Marktes. Bereits im ersten Quartal 2026 sei die Zahl der Anfragen sowohl von professionellen als auch privaten Interessierten gestiegen.

Eugen Otto Geschäftsführer bei Otto Immobilien © Otto Immobilien / A. Chitsazan

„Der Wiener Zinshausmarkt hat bewiesen, dass er Krisen übersteht und gestärkt aus ihnen hervorgeht.”

„Die Marktstimmung hat sich in den letzten Quartalen spürbar aufgehellt. Die Dynamik, die wir im zweiten Halbjahr 2025 beobachtet haben, setzt sich fort“, sagt Philipp Maisel. Für 2026 prognostiziert das Unternehmen ein Transaktionsvolumen von rund 1,3 Milliarden Euro. „Der Wiener Zinshausmarkt hat bewiesen, dass er Krisen übersteht und gestärkt aus ihnen hervorgeht. Wer jetzt investiert, tut das auf einem stabilen Fundament und mit Aufwärtspotenzial“, sagt Eugen Otto.