Kaufentscheidungen dauern länger, der Anspruch an eine intuitiv-digitale Nutzerführung bei Wohnprojekten wächst. Wer 2026 Abverkauf und Preisniveau stabil halten will, muss Interessenten schneller zur passenden Einheit führen und gleichzeitig Vertrauen aufbauen“, sagt Oliver Schön von der Jamjam – C. Schön GmbH – Kreativagentur für Immobilien. Und weiter: „Die Voraussetzung dafür ist die Marke des Bauträgers selbst: Ein gepflegter Unternehmensauftritt, Wiedererkennbarkeit und kontinuierliche Präsenz auf Social Media sind heute Pflicht und kein Nischenthema. Immerhin nutzen laut DataReportal (2025) 80,1 Prozent der österreichischen Bevölkerung Social Media.“
Der erste Eindruck entstehe digital und bestimme den emotionalen Zugang zum Projekt. Entscheidend sei, wie schnell Interessenten verstünden, was angeboten werde, und ob die Informationen durch hochwertige Darstellungen und klare Strukturen Vertrauen schaffen und ansprechen würden. „Inhalte müssen so aufgebaut sein, dass die zentralen Kaufargumente wie Lage, Grundrisslogik, Ausstattung und Baufortschritt ohne Umwege erfasst werden. Transparenz ist heuer kein Nice-to-have, sondern ein Conversion-Treiber, der Handlungen auslöst.“
Wohnungsnavigator als Vertriebsvorteil
Bei großen Projekten entscheidet laut Schön die Bedienbarkeit. Demnach ist ein digitaler Wohnungsnavigator, der die grafische Suche nach Gebäude, Lage, Ausrichtung und Ausblick ermöglicht, ein essenzielles Werkzeug, weil es Reibung reduziert und die Auswahl beschleunigt. Der Vorteil liegt nicht nur bei Interessenten durch die schnellere Selbstselektion, sondern auch beim Maklerteam: Termine werden effizienter, weil man im Gespräch direkt zur passenden Einheit steuert, statt sich durch Listen und PDFs zu arbeiten.
Ein klarer Trend sind 360-Grad-Panoramen und Aussichtsdarstellungen über alle Geschoße hinweg. Schön: „Das ist wirtschaftlich relevant. Der Blick erklärt Preisunterschiede intuitiv, reduziert den Erklärungsbedarf und erzeugt früh ein Aha-Erlebnis.“ Genau diese Mischung aus Verständnis und Emotion erhöhe die Abschlusswahrscheinlichkeit signifikant.
Online-Kampagnen bleiben für den Experten neben den klassischen Online-Inseraten der Haupthebel für die Nachfrage. Eine Vormerkseite kann in frühen Phasen helfen, Interesse zu bündeln, aber die Kernleistung bleibt eine skalierbare Leadgenerierung über mehrere Kanäle hinweg. „Performance-Marketing wird zum Taktgeber, nicht als Selbstzweck, sondern als System aus Tests laufender Optimierung und sauberer Kampagnenstruktur“, erklärt Schön. Die Empfehlung laute daher: Budget nicht nur in Reichweite, sondern in Messbarkeit investieren. „Was funktioniert, wird skaliert; was nicht funktioniert, wird beendet, bevor es Geld verbrennt.“ Online- und Offline-Auftritt müssten dabei nahtlos zusammenpassen: von der Terminvereinbarung über die Informationsunterlagen und Besichtigungen bis zum Nachfassprozess.
Die KI sei dabei weniger ein flüchtiger Trend als ein mächtiger Produktionshebel: „Sie ermöglicht es, Renderings kosteneffizient in Videos zu überführen, Szenen zu beleben und Baustellenfotos so zu veredeln, dass auch während der Bauphase hochwertiger, emotionaler Content entsteht.“ Entscheidend sei laut Schön dabei die Kuratierung. Wer die KI nur als einzelnes Tool verstehe, erhalte Zufallsergebnisse. Wer hingegen Workflows, Qualitätskontrolle und Bildsprache beherrsche, hebe das Projekt auf ein neues Niveau.