Sichere Dächer über vielen Köpfen
Ein Dach zeigt frühzeitig, wenn etwas mit ihm nicht stimmt. Man muss nur wissen, worauf man zu achten hat.
Stefan Roithmair, Verkaufsleiter und seit 1. Jänner 2026 Geschäftsleiter von Bauder in Österreich, erläutert: „Typische Schadensbilder wie Blasenbildung, offene Nähte, Risse, stehendes Wasser oder Krakelierung sind klare Hinweise darauf, dass die Abdichtung ihre Funktion nicht mehr voll erfüllt.“ Im Bestand sehe man oft auch durchfeuchtete Wärmedämmung, Schimmel oder Feuchteflecken im Innenraum. Der Punkt sei: Viele Schäden beginnen klein, entwickelten aber enorme Folgewirkungen – energetisch wie bauphysikalisch.
Langlebiger mit Begrünung
„Deshalb“, so Roithmair, „starten wir jede Sanierung mit einem strukturierten Dachcheck. Wir öffnen das Dach gezielt an mehreren Stellen, prüfen Abdichtung, Dämmung, Dampfsperre und dokumentieren den tatsächlichen Zustand. Erst diese Analyse zeigt, ob eine Regenerationslage ausreicht oder ob der komplette Dachaufbau erneuert werden muss. Wenn die Dämmung trocken und funktionsfähig ist, können wir oft ressourcenschonend sanieren, indem wir die bestehende Konstruktion weiterverwenden. Ist sie nass, führt kein Weg am Rückbau und Neuaufbau vorbei. Sonst verschiebt man das Problem nur nach hinten.“

Credit: Bauder / Agnes Mutschler
Bauder biete für diese Situationen abgestimmte Sanierungslösungen: von Regenerationsbahnen über Kunststoff- und Bitumenabdichtungen bis hin zu thermisch effizienten PIR-Systemen. Entscheidend sei das Zusammenspiel aller Schichten: „Nur ein fachgerecht aufgebautes System funktioniert dauerhaft.“ Bei stark beanspruchten Dächern (etwa bei späterer Nutzung mit PV) müsse die Sanierung so ausgelegt sein, dass keine Risiken für Tragfähigkeit, Durchdringung oder Feuchteeintrag entstehen. Die Lebensdauer eines sanierten Daches liegt (entsprechend Önorm B 3691) bei hochwertigen Systemen bei rund dreißig Jahren. Mit einer Begrünung als zusätzlichem Schutz vor UV- und Temperatureinträgen könne sie deutlich darüber liegen.
Technisches Verständnis für Aufbau, Nutzung und Alterung
„Sanierungsbedürftig ist ein Objekt meistens, wenn es über dreißig Jahre alt ist, da die damaligen Dachaufbauten und Materialien nicht so optimalisiert sind wie heute“, sagt denn auch Christian Tolo, Geschäftsführer der Formdach CT GmbH. „Wenn Wassereintritte entstehen, kann es auch sein, dass Arbeiten unsachgemäß durchgeführt wurden.“ Und: Bei einer Dachsanierung sollten meistens bestehende Kamine mitsaniert und Dachflächenfenster ausgetauscht werden. Die „Haltbarkeit“ des Daches richte sich nach der Qualität der Dachdeckung und der fachgerechten, technisch korrekten Montage. So halte zum Beispiel ein Blechdach aus Zink in etwa hundert Jahre, ein Blechdach aus verzinktem Stahlblech hingegen dreißig Jahre. „Man könnte jedoch ein verzinktes Blechdach nach zwei Jahren Witterung mit einem Schutzlack versehen, damit sich die Haltbarkeit um etwa fünf bis zehn Jahre verlängert“, ergänzt Tolo. Eine Betonstein-Deckung wiederum halte zwischen fünfzig Jahre und bis über hundert Jahre, je nach Markenqualität.
Für Eigentümer und Bestandshalter zählt am Ende die Sicherheit: Ein Dach muss dicht, langlebig und kalkulierbar sein. „Entscheidend ist daher weniger das einzelne Produkt, sondern das technische Verständnis für Aufbau, Nutzung und Alterung“, so Roithmair, der fortfährt: „Genau hier setzen wir an: Wir beraten, analysieren und planen so, dass unsere Partner am Ende ein Dach bekommen, das wieder Jahrzehnte zuverlässig funktioniert.“



