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Bequeme Anfahrbarkeit mit dem Auto und ausreichend kostenlose Parkplätze zählen zu den Pluspunkten von Fachmarktzentren.

Fachmarktzentren: einst pfui, nun hui

16.07.2018

Das Interesse von Investoren an Fachmarktzentren in Österreich wächst. Argumente wie ­niedrige Errichtungskosten und gute Risikoverteilung sprechen für sich.

Erster! Laut aktuellen Zahlen von CBRE führten im ersten Quartal 2018 Handels­immobilien mit 39 Prozent das Ranking des Immobilien-Investmentvolumens in Österreich an. Sie stellten somit die „Klassiker“ Büro- und Wohngebäude – mit 24 Prozent beziehungsweise 19 Prozent – in den Schatten.

Wer bei Handelsimmobilien ausschließlich mit Shopping-Malls kalkuliert, denkt zu kurz. Denn als die neuen Lieblinge nationaler und internationaler Investoren gelten Fachmarktzentren. Noch bis vor ein paar Jahren als an jedem Kreisverkehr zu findende lieb­lose Bausünden abgestempelt, mauserten sie sich zu nachgefragten Objekten. Fürs Auge gemacht, also architektonische Glanzleistungen, sind Fachmarktzentren weiterhin nicht. Sie verbesserten sich aber punkto Schönheit und Design zweifelsohne wesentlich. Nichtsdestotrotz sind sie, was die Errichtungskosten betrifft, unverändert günstiger als Malls. Das punktet bei den Investoren.

Primär gründet sich der zunehmende Erfolg von Fachmarktzentren aber darauf, dass sie die Rolle der Nahversorgung vorbildlich erfüllen – und ihnen diese Leistung mittlerweile auch zugestanden wird. Im Vordergrund steht also das ziel- und bedarfsgerechte Shoppen mit bequemer Anfahrbarkeit sowie ausreichend kostenlosen Parkplätzen, das auf wiederkehrende Routine für den wöchentlichen bis monatlichen Familieneinkauf abzielt. Das mündet in den Vorteil, dass Fachmarktzentren weniger anfällig für konjunkturelle Schwankungen sind. Schließlich braucht man auch in wirtschaftlich unruhigeren Zeiten Artikel des täglichen Bedarfs. 

Wenig anfällig für Konkurrzenz

Der Sortimentsschwerpunkt macht Fachmarktzentren darüber hinaus für die Konkurrenz durch das Internet weniger empfindlich, da die Konsumenten Lebensmittel kaum online kaufen. Branchen wie Unterhaltungselektronik, die ebenfalls oft vertreten sind, haben dagegen erheblich mehr unter dem E-Commerce zu leiden. Insgesamt ergibt sich in Fachmarktzentren eine gute Risikoverteilung. Zusätzlich geben lange Mietvertragslaufzeiten Investoren Sicherheit. Oft betragen sie bei Ankermietern zehn Jahre plus Verlängerungsoptionen. 

Apropos Miete: Für die Betreiber von Shops in Fachmarktzentren in Österreich zählt, dass sie mit durchschnittlich 14 Euro monatlich pro Quadratmeter überschaubar ist. Die Zahl geht auf den aktuellen „CBRE Retail MarketView“ zurück. Mieter in Malls müssen laut selbigem im Durchschnitt 120 Euro pro Monat und Quadratmeter berappen. Ein veritabler Unterschied. Unterm Strich verwundert es nicht, dass es die Retailer in Fachmarktzentren zieht. Sogar Brands wie Cecil, Esprit, Gerry Weber sowie ­Marionnaud finden nun den Weg zu ihnen. Und – auf die Immobilienkonzern-Ebene gesprungen – die Immofinanz betreibt unter der Marke „Stop Shop“ eine eigene Fachmarktzentrumskette, die 72 Standorte in acht Ländern umfasst; Österreich inklusive. Die ehemals gescholtene Asset-Klasse ist anno 2018 Everybody’s Darling: Investoren, Händler und Kunden fliegen auf sie. Zu Recht.

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