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Die Kosten für den Neubau des Bahnhofs Bregenz betragen voraussichtlich rund 77 Millionen.

Belebende Infrastrukturprojekte für das Ländle

28.06.2019

Der Stadttunnel Feldkirch sowie der Bahnhof Bregenz werden (neu) gebaut. Vor allem der Immobilienmarkt der Vorarlberger Landeshauptstadt frohlockt darob.

Funktionierende Verkehrsknotenpunkte pushen Städte beziehungsweise Stadtteile und in weiterer Folge Immobilienmärkte. Man führe sich die Entwicklung, die das Areal um den 2015 eröffneten Wiener Hauptbahnhof nimmt, vor Augen. Im Ländle wird nun ein ähnlicher Ruck erwartet. Denn kürzlich verständigten sich die ÖBB-Infrastruktur AG, das Land Vorarlberg und die Landeshauptstadt Bregenz auf eine Grundsatzvereinbarung für den Neubau des Bahnhofs Bregenz. Wenn alle Voraussetzungen vorliegen, starten die Arbeiten 2021. Die Neugestaltung des Bahnhofs samt neuem Busterminal in Verbindung mit den geplanten Verbauungen Seestadt und Seequartier wurden aufeinander abgestimmt und dabei die erforderlichen Anpassungen der Landesstraße L 202 definiert. Günther Ammann, Fachgruppen der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in Vorarlberg, meint dazu: „Weil sich bis dato im städtischen Zentralbereich von Bregenz wenig tat, haben der Neubau des Bahnhofs und die Erschließung des angrenzenden Areals eine hohe Relevanz. Das Projekt, auf das die Bregenzer schon lange warten, wird den dortigen Immobilienmarkt ankurbeln.“

Derweil nimmt ein weiteres Infrastrukturprojekt im Ländle Gestalt an: der Stadttunnel Feldkirch. Vor Kurzem bestätigte das Bundesverwaltungsgericht in Wien den UVP-Genehmigungsbescheid in zweiter Instanz. Damit liegt ein konsumierbarer Baubescheid vor. Bereits im Herbst sollen de Bauarbeiten starten. Wie wirkt sich der voraussichtlich rund 253 Millionen teure Tunnel auf des Immobiliensegment aus? „Aufgrund der Nähe zur Schweiz und Liechtenstein floriert Feldkirchs Immobilienmarkt ohnehin. Dort wird der Stadttunnel kaum etwas bewirken. Das Projekt, so es tatsächlich kommt, bedeutet eher eine Verkehrserleichterung für die Menschen Richtung Walgau,“ antwortet Ammann.

Vier-Zimmer-Wohnungen wieder nachgefragt

Unabhängig von Bahnhof, Tunnel & Co begann der Vorarlberger Immobilienmarkt vor etwa fünf Jahren, generell massiv anzuziehen. Ammann erläutert: „Der Verkauf läuft nach wie vor sehr gut, die Vermietung pendelt sich etwas ein. Die Gründe für die große Nachfrage sind einerseits im niedrigen Zinsniveau sowie in fehlenden vergleichbaren Investitionsmöglichkeiten zu suchen. Andererseits bestand ein Nachholbedarf an zu schaffendem Wohnraum. Dieser wurde während der letzten zwei Jahre berichtigt.“ Bislang wurden kleinere Wohneinheiten nachgefragt. Da das Preisniveau massiv stieg und sich daher Jungfamilien Einfamilienhäuser nicht mehr leisten können, werden wieder größere Wohnungen mit vier Zimmern gesucht. Die Grundstückspreise kletterten mit, die Baukosten ebenso. Der Fachgruppenobmann hofft, dass sich die Lage aufgrund der Marktberichtigung entspannt.

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