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Vor allem der Anteil der Objekte zwischen sechs und zehn Millionen Euro ist von 16 auf 24 Prozent des Gesamtmarktes gestiegen, die kleineren Objekte und auch das Spitzensegment (über 10 Mio. Euro) verloren hingegen Marktanteile.

Wiener Zinshäuser performen ­weiterhin gut

16.07.2018

Größere Deals halten das Marktvolumen stabil. Innerhalb des Gürtels sind die Leopoldstadt und Mariahilf besonders gefragt, analysiert der neue EHL-Zinshausmarktbericht.

Der Wiener Zinshausmarkt schloss in den ersten Monaten des Jahres 2018 nahtlos an die gute Performance des Vorjahres an. Das Transaktionsvolumen entwickelte sich weiterhin stabil und es ist davon auszugehen, dass der Vorjahreswert von 1,35 Milliarden Euro auch heuer wieder erreicht werden kann. Die Anzahl der Transaktionen ist dabei weiterhin rückläufig. 2017 wurden 495 Transaktionen abgeschlossen, ein Minus von 17,5 Prozent gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres. Die durchschnittliche Transaktionsgröße ist weiter gestiegen, wie aus dem soeben erschienen Zinshausmarktbericht von EHL Immobilien hervorgeht. 

Kleine Objekte verlieren Marktanteil

Vor allem der Anteil der Objekte zwischen sechs und zehn Millionen Euro ist von 16 auf 24 Prozent des Gesamtmarktes gestiegen, die kleineren Objekte (bis 6 Mio. Euro) und auch das Spitzensegment (über 10 Mio. Euro) verloren hingegen Marktanteile. Das Transaktionsvolumen 2017 hat sich trotz der weiter steigenden Preise, die im Vergleich zu 2016 bei ähnlicher Lage- und Objektqualität um bis zu 15 Prozent zulegen konnten, leicht rückfällig entwickelt. Das hohe Preisniveau ist nämlich nur für eine relativ kleine Gruppe von Investoren ein Anreiz zu verkaufen: „Derzeit wollen die meisten Privatinvestoren ebenso wie Banken und Versicherungen trotz des hohen Preisniveaus geradezu im Wortsinn um keinen Preis verkaufen“, erklärt Michael Ehlmaier, Geschäftsführender Gesellschafter von EHL Immobilien. „Zahlreiche Investoren, die durchaus bereit sind, marktadäquate Preise zu bezahlen, kommen daher insbesondere dann, wenn sie nur in Bestlagen suchen, lange Zeit nicht zum Zug, und das zu geringe Angebot bremst die Entwicklung des Marktes bis zu einem gewissen Grad.“ 

Innerhalb des Gürtels stiegen die Preise in Leopoldstadt und Mariahilf besonders stark. Auffällig dabei ist, dass das Plus in diesen Bezirken im unteren Preisbereich mit jeweils 16 Prozent deutlich größer ist als im oberen Preisbereich mit acht Prozent in Leopoldstadt bzw. sechs Prozent in Mariahilf. Die Preisspannen in den einzelnen Bezirken verringern sich somit tendenziell. Am stärksten war der Anstieg mit rund 30 Prozent in Floridsdorf, das aber nur einen relativ kleinen Zinshausbestand aufweist. 

Hernals legt stark zu

Mit einem Plus von ca. 23 Prozent konnten die Zinshauspreise in Hernals, wo mittlerweile zwischen 1.350 und 2.450 Euro/m2 erzielt werden können, besonders stark zulegen. Hier schlägt sich bereits jetzt die mittelfristige Wertsteigerung durch den Bau der U5, die ab 2025 zum Elterleinplatz fahren soll, nieder. Die Entwicklung in Hernals sei ein klares Indiz dafür, dass die zukünftigen Entwicklungsperspektiven und langfristigen Wertsteigerungspotenziale einer Mikrolage derzeit die Überlegungen von Investoren beherrschen, wie Franz Pöltl, Geschäftsführender Gesellschafter der EHL Investment Consulting, erklärt. Dabei werde der Betrachtungshorizont immer langfristiger und gehe über die bereits recht klar vorhersehbaren Entwicklungen durch den U-Bahn-Ausbau hinaus: „Vor allem für Privatinvestoren, die ein Zinshaus ja in der Regel als krisensichere Anlageform über Generationen hinweg betrachten, kann es sinnvoll sein, schon jetzt die Auswirkungen von Zukunftstrends, wie insbesondere den Anstieg der lärm- und emissionsarmen Elektromobilität, zu antizipieren. Mikrolagen, die jetzt noch stärker unter der Verkehrsbelastung leiden und ein entsprechend günstigeres Preisniveau haben, können über die nächsten zehn bis zwanzig Jahre deutlich an Attraktivität gewinnen, wenn der Lärmfaktor durch die Mobilitätswende wegfällt bzw. reduziert wird.“ 

Über den Bericht

Der EHL-Zinshausmarktbericht: Der jährlich aktualisierte EHL-Zinshausmarktbericht gibt Investoren auf 50 Seiten einen umfassenden Überblick über das Preis- und Renditeniveau aller 23 Wiener Gemeindebezirke, analysiert die Marktsituation und arbeitet die wichtigsten Lagen für Zinshausinvestoren heraus. Der Bericht kann per Email an office@ehl.at kostenlos bestellt werden oder im Internet unter www.ehl.at/marktberichte ­heruntergeladen werden.

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