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Wien ist die Mieterstadt Europas

02.10.2018

In keiner anderen europäischen Stadt wird so viel gemietet wie in Wien: Österreichs Hauptstadt ist laut aktuellem Deloitte Property Index führend beim Anteil der Mietwohnungen am Gesamtwohnungsmarkt.

Alexander Hohendanner, Partner bei Deloitte Österreich: „Mieten ist hierzulande noch immer verhältnismäßig günstig. Gerade in Wien sind die Mietpreise für eine europäische Hauptstadt moderat.“

Zum siebten Mal hat das Beratungsunternehmen Deloitte in einer Studie die Situation am europäischen Immobilienmarkt analysiert. Dabei zeigt sich: Mieten ist in Österreich besonders beliebt. Mit 77 Prozent hat Wien den höchsten Mietwohnungsanteil von Europas Hauptstädten. Im vergangenen Jahr stieg der Mietbestand österreichweit zudem um weitere 40.000 Wohneinheiten an. „Mieten ist hierzulande noch immer verhältnismäßig günstig. Gerade in Wien sind die Mietpreise für eine europäische Hauptstadt moderat: 9,60 Euro zahlt man hier im Durchschnitt pro Quadratmeter. Vergleichbare Städte wie Prag mit 13,10 Euro und München mit 16,50 Euro liegen weit darüber. London und Paris sind mit rund 26 Euro die Spitzenreiter“, erklärt Alexander Hohendanner, Partner bei Deloitte Österreich.

Alpenrepublik bei Wohnbauvorhaben führend

Auch in puncto Wohnbauvorhaben kann sich Österreich international behaupten: 2017 wurde der Bau von 8,6 Wohnungen pro 1.000 Einwohner initiiert. Damit rangiert Österreich weit vor dem zweitplatzierten Frankreich mit 6,4 geplanten Wohnungen pro 1.000 Einwohner und dem drittplatzierten Polen mit 5,4 Wohnungen. Das Schlusslicht bildet Italien mit 0,9 Wohnungen.

Erschwingliches Wohnungseigentum in Österreich

Mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 2.553 Euro ist der Kauf einer neuen Wohnung in Österreich relativ leistbar. Zum Vergleich: Großbritannien ist mit 4.397 Euro pro Quadratmeter am teuersten, Ungarn mit 1.164 Euro am günstigsten. „Für eine 70m2-Neubauwohnung sind hierzulande fast sechs durchschnittliche Bruttojahresgehälter aufzubringen. In anderen europäischen Länder muss man zum Teil ungleich länger für das Eigenheim arbeiten: Tschechien liegt mit mehr als 11 Bruttojahresgehältern an der Spitze, gefolgt von Großbritannien mit rund 10. Belgien ist hingegen mit nicht einmal 4 Bruttojahresgehältern am günstigsten“, analysiert Alexander Hohendanner. Generell setzt sich der langjährige Trend fort: In Städten sind die Wohnungen teurer als am Land. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis liegt in Wien bei 4.138 Euro, in Graz bei 3.089 Euro und in Linz bei 2.901 Euro, ermittelte Deloitte. Mit Abstand am meisten zahlt man nach wie vor in der Londoner City: Pro Quadratmeter muss man mit 16.512 Euro rechnen. An zweiter Stelle liegt Paris mit 10.697 Euro.

Hohe Nachfrage am heimischen Immobilienmarkt

Grundsätzlich hält der Immobilien-Boom ungebrochen an. Der Property Index zeigt im Jahr 2017 ein rekordverdächtiges Transaktionsvolumen von 10 Milliarden Euro am österreichischen Wohnimmobilienmarkt. Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen ist demnach trotz attraktiver Mietkonditionen hoch. Gerade im oberen Marktsegment haben sich die Wohnungspreise auf einem hohen Niveau stabilisiert. Doch auch das Interesse am Mittel- und Niedrigpreissegment ist stark gestiegen. „Die unverändert hohe Nachfrage treibt auch in Österreich die Preise weiter nach oben. Sowohl Mieten als auch Kaufen wird künftig kostspieliger. Gerade Eigentum entwickelt sich dadurch immer mehr zu einem Luxusgut. Das heizt auch den Bedarf nach verhältnismäßig günstigen Mietwohnungen weiter an“, prognostiziert Hohendanner abschließend.

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