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Ein duftender Blumenstrauß oder frisch aufgebrühter Kaffee erzeugen bei der Besichtigung ein wohliges Gefühl.

Universitärer Output

08.04.2019

Bereits in den ersten dreißig Sekunden einer Besichtigung entscheidet ein Interessent unterbewusst, ob die Wohnung die eigenen zukünftigen vier Wände sein werden oder nicht. Dieser Maxime folgend hatten zwei Master-Thesen des Lehrgangs Real Estate Management an der Donau-Universität Krems „Home Staging“ zum Thema.

Makler müssen heutzutage bereits im Internet Grundrisse, technische Angaben und vor allem aussagekräftige Fotos der angebotenen Objekte präsentieren, um überhaupt einen Erstkontakt zu generieren. Im nächsten Schritt gewinnt „Home Staging“ als Trend im Marketingbereich massiv an Bedeutung, wie die Master-Thesen von zwei Absolventinnen des Lehrgangs Real Estate Management an der Donau-Universität belegen. Der erste Eindruck einer Wohnimmobilie ist entscheidend. Denn bereits innerhalb der ersten dreißig Sekunden entscheidet der potenzielle Käufer unterbewusst, ob die Wohnung die eigenen zukünftigen vier Wände sein werden oder nicht. Home Staging ist die optimale Präsentation einer Immobilie für den Verkauf. Es bildet als professionelles Arrangieren von Immobilien eine verkaufsfördernde Maßnahme, die unter die Kategorie „Visual Merchandising“ fällt. Um es richtig betreiben zu können, bedarf es vor allem der Entpersonalisierung. Es sollen so viele Kunden wie möglich angesprochen werden.

Die beiden Absolventinnen gewannen folgende Erkenntnisse: Besondere Vorzüge müssen in den Vordergrund gestellt werden. Sie verwandeln Räume in Gefühle. Home Staging bedeutet aber keinesfalls das Verschleiern oder Verstecken von Mängeln. Es punktet mit dem richtigen Einsatz von Licht und Beleuchtung. Für den Wohlfühleffekt greift man auf warmweißes Licht zurück. Darüber hinaus gilt Farbe als Stimmungsmacher, der einen Raum in eine sinnesaktivierende Atmosphäre tauchen kann. Meist reicht bereits der geschickte Einsatz von Wohnaccessoires, Teppichen, Kissen oder Vorhängen, um große Wirkung zu erzielen. Außerdem sind Ordnung und – wie schon erwähnt – Entpersonalisierung entscheidend: Fotos, religiöse Zeichen, Kinderspielzeug, Kühlschrankmagneten sollten entfernt werden, die Garderobe soll frei von Jacken und Schuhen sein. Im Badezimmer sollten keine persönlichen Gegenstände herumliegen.

Sauberkeit als Muss

Vor jeder Besichtigung soll gelüftet werden. Gerüche spielen eine tragende Rolle. Sie werden beim Betreten unmittelbar wahrgenommen. Gegenstände mit schlechtem Odeur wie Mistkübel oder das Katzenklo sollten für die Dauer der Besichtigung entfernt werden. Ein duftender Blumenstrauß oder frisch aufgebrühter Kaffee erzeugen ein wohliges Gefühl. Sauberkeit speziell bei Fenstern, und in Küche, Bad und WC sind ein Muss. Etliche Immobilien wirken kahl, sind dunkel und nicht einladend. Adäquate Möbelstücke und Bilder, gut platziert, können Räume massiv aufwerten.

In Österreich und der Schweiz dauerte zum Zeitpunkt des Verfassens der Master-Thesen die Vermarktung von Häusern und Eigentumswohnungen fünf bis sieben Monate, also durchschnittlich 160 Tage. Bei Objekten, bei denen professionelles Home Staging zum Einsatz kam, lag der Vermarktungszeitraum im Durchschnitt nur bei neun Tagen. Selbst Wohnungen, die monatelang am Markt angeboten wurden und die nach durchgeführtem Home Staging neuerlich präsentiert wurden, wurden anschließend binnen 13 Tagen verkauft. Es lohnt sich also.

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