Direkt zum Inhalt
Boris Recsey ist Geschäftsführer der Wirtschaftsauskunftei CRIF Österreich.

„Manche Mieter können oder wollen ihre Miete nicht bezahlen“

17.10.2017

Bonitätsauskünfte über potenzielle Mieter spielen in der Immobilienwirtschaft zunehmend eine größere Rolle. Boris Recsey, Geschäftsführer der Wirtschaftsauskunftei CRIF Österreich, weiß warum.

OIZ: Mietausfälle bilden für Immobilieneigentümer oft ein hohes finanzielles Risiko. Wie hoch ist die Bereitschaft der Branche, mit Wirtschaftsauskunftskanzleien wie CRIF Österreich zusammenzuarbeiten? Welche Vorteile haben Immobilieneigentümer bei einer Zusammenarbeit?

Boris Recsey: Viele Wohnungseigentümer kennen die Situation: Die Suche nach neuen Mietern geht zwar schnell, aber ob diese dann auch vertrauenswürdig und vor allem zahlungszuverlässig sind, bekommt man erst nach einiger Zeit zu spüren. Manche Mieter können oder wollen ihre Miete nicht bezahlen, im schlimmsten Fall kann man als Vermieter sogar Opfer von Betrug durch gezieltes Mietnomadentum werden. Es wird daher immer wichtiger, den potenziellen Mieter vorab einem gründlichen Check zu unterziehen. Hier können wir als eine der führenden Wirtschaftsauskunfteien mit Personen- und Unternehmensauskünften unterstützen. Wir bemerken, dass sich immer mehr heimische Maklern im Auftrag ihrer Vermieter und Immobilieneigentümer bereits vor Vertragsabschluss über Interessenten informieren und ihre Auftraggeber so vor zahlungsunfähigen Mietern schützen.

OIZ: Welche Services beziehungsweise Dienstleistungen bieten Sie speziell für die Immobilienbrache?

Recsey: Wir haben mit dem ImmoCheck ein Bonitätsprüfungsinstrument speziell für die Immobilienbranche entwickelt. Damit kann das Zahlungsverhalten eines möglichen Mieters bereits vor Vertragsabschluss festgestellt werden.

OIZ: Was kostet eine Datenabfrage bzw. ein Abfrage-Paket?

Recsey: Wir können hier keinen Pauschalpreis nennen – die Kosten hängen auch immer von der Art und dem Umfang der Anfrage sowie von vielen weiteren Kriterien ab. Bei Interesse erstellen wir gerne ein individuelles Angebot.

OIZ: Wie viele Hausverwaltungen, Makler oder Eigen­tümer nehmen Ihre Services in Anspruch?

Recsey: Mittlerweile schenken uns über 85 Kunden aus der Immobilienwirtschaft ihr Vertrauen und arbeiten täglich mit unseren Lösungen.

OIZ: Wie funktioniert die Datenabfrage im Detail? Auf welche Daten greifen Sie dabei zurück?

Recsey: In unserer Datenbank überprüfen wir die finanzielle Situation des Mieters, seine offenen Verpflichtungen und die Anzahl seiner bisherigen Anschriften. Das System zeigt auf, ob er in der Vergangenheit seine Miete schuldig geblieben ist oder ob der Mietkandidat bereits einmal delogiert wurde. Auch Unternehmen sind als Mieter nicht immer verlässlich, daher ist eine Überprüfung dieser im Vorfeld ebenso ratsam. Mithilfe des ImmoCheck können zusätzlich Gewerbeberechtigungen, Standorte, die Funktionsträger, das Unternehmensumfeld, Daten aus der Vergangenheit sowie die Bilanz der Unternehmen unter die Lupe genommen und somit das Risiko abgeschätzt werden.

OIZ: Welche Erkenntnisse können daraus gewonnen werden? Geben Sie direkte oder indirekte Risikoempfehlungen für künftige Geschäftsbeziehungen?

Recsey: Erfahrungswerte unserer Kunden zeigen, dass man durch den ImmoCheck 63 Prozent aller entstandenen Mietausfälle im Vorfeld erkennen könnte. 67 Prozent aller Mietausfallverursacher weisen bereits mindestens sechs Monate vor Ausfall negative Zahlungserfahrungen auf, bei 2,6 Prozent aller Verursacher war bereits eine Delogierungs- bzw. Räumungsklage ausgewiesen. Diese Ergebnisse zeigen also, dass eine sorgfältige und vor allem auch rechtzeitige Überprüfung das Risiko minimieren kann.

Werbung

Weiterführende Themen

Ein ganz entscheidendes Kriterium ist bekanntlich die Eigenkapitalquote. Diese hängt einerseits vom schon angesprochenen Track Record des Bauträgers ab und in sehr starkem Maß natürlich auch von der Bewertung der Liegenschaft.
Aktuelles
06.05.2019

Bei der Projektfinanzierungen bleibt letztlich ist die Qualität des Vertragspartners die entscheidende Position.

2018 investierten die Käufer typischerweise für ein Einfamilienhaus 241.684 Euro, um 15.865 Euro oder 7,0 Prozent mehr als 2017.
Aktuelles
06.05.2019

Noch nie wechselten so viele Einfamilienhäuser die Eigentümer wie 2018. Laut Re/Max-ImmoSpiegel waren es 12.689, um 1.737 mehr als 2017.

Ein duftender Blumenstrauß oder frisch aufgebrühter Kaffee erzeugen bei der Besichtigung ein wohliges Gefühl.
Aktuelles
08.04.2019

Bereits in den ersten dreißig Sekunden einer Besichtigung entscheidet ein Interessent unterbewusst, ob die Wohnung die eigenen zukünftigen vier Wände sein werden oder nicht. Dieser Maxime folgend ...

In den ersten fünf Tagen meldete das Silesia Outlet knapp 80.000 Besucher.
Aktuelles
08.04.2019

6B47 Poland, eine Tochter der 6B47 Real Estate Investors AG, eröffnete mit dem Silesia Outlet in Glivice kürzlich das größte Outlet-Center Oberschlesiens. Auf 12.000 Quadratmetern ...

Im Submarkt Hauptbahnhof registrierte das VRF im 1. Quartal des heurigen Jahres rund 4.000 Quadratmeter Vermietungen.
Aktuelles
08.04.2019

Das Vienna Research Forum (VRF) veröffentlichte am 8. April 2019 seine Zahlen für den Büromarkt Wien für das 1. Quartal des heurigen Jahres: Die Vermietungsleistung summierte sich auf etwa 37.600 ...

Werbung