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Gemeinsam erfolgreich makeln

07.10.2020

Im Oktober startete österreichweit der Marktplatz. Heimische Immobilienmakler sollen vermehrt von Gemeinschaftsgeschäften profitieren, weiß Marktplatz-Geschäftsführer Kommerzialrat Georg Spiegelfeld.

Georg Spiegelfeld ist Präsident des Immobilienring Österreich und Geschäftsführer der Immobilien Marktplatz GmbH.

OIZ: Was ist der Marktplatz und welche Intention steckt dahinter?

Georg Spiegelfeld: Der Marktplatz ist eine digitale Plattform, die es heimischen Maklern ermöglicht, österreichweit relativ einfach und reibungslos Gemeinschaftsgeschäfte abzuwickeln. Die Idee dazu stammt aus Kanada und den USA. Dort funktioniert die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit über eine ähnliche Plattform bestens. Zugegeben, es hat einige Zeit gedauert, bis wir auch in Österreich so weit waren. Anfangs war es schwierig, Softwarefirmen für dieses Projekt zu gewinnen und zu verknüpften. Das ist uns gelungen und funktioniert nun reibungslos. Die Testphase mit ausgewählten Immobilienkanzleien ist abgeschlossen und wir können jetzt voll durchstarten.

OIZ: Ziel ist es also, a-meta-Geschäfte zu fördern. Welche Vorteile bieten diese Geschäfte für Makler?

Spiegelfeld: A-meta-Geschäfte garantieren in der Regel eine kürzere Vermittlungsdauer und fördern kundenorientiertes Arbeiten. Es gibt Makler, die sind sehr gute Verkäufer und es gibt Makler, die sind sehr gute Einkäufer. Sie können sich nun auf der Plattform treffen und gewinnbringend zusammenarbeiten. Zudem gibt es oftmals Spezialobjekte, die nicht unbedingt jeder Makler bearbeiten kann. Ich denke da beispielsweise an Forstwirtschaften. Es gibt kaum Maklerunternehmen, die sich ausreichend mit Forstwirtschaften auskennen. Da ist die Unterstützung durch einen Spezialisten natürlich sinnvoll. Insofern kann der Marktplatz auch nachhaltig die Qualität der Vermittlungstätigkeit steigern. Und: Manchmal ist es natürlich besser, dreimal ein halbes Geschäft statt einmal kein Geschäft zu machen. Grundsätzlich hat sich in den letzten Jahren auch die Einstellung der Unternehmer zu a-meta-Geschäften geändert. Vor allem jüngere Maklerunternehmen tendieren stark zu vermehrter Zusammenarbeit. Eine schnellere und qualitative hochwertige Vermittlung ist ja auch im Sinne des Abgebers.

OIZ: Wie funktioniert der Marktplatz in der Praxis?

Spiegelfeld: Unsere Softwarepartner Edi-Real, Justimmo und TopReal haben ein Programm kreiert, das es ermöglicht, ausgewählte Objekte einfach und per Knopfdruck auf dem Marktplatz freizuschalten. Entschließt sich ein Makler ein Objekt freizuschalten, hat er dazu grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Entweder er schaltet das vollständige Inserat mit allen notwendigen Informationen zur Vermittlung frei. Andere Marktplatzteilnehmer können nun das Objekt vermitteln, auf ihren Drucksorten und Kanälen so präsentieren, als ob es ihr eigenes Objekt wäre. Oder: Ein Makler schaltet nur die Basisdaten des zu vermittelnden Objekts frei. Interessierte Unternehmen können sich dann direkt mit dem anbietenden Makler in Verbindung setzen und eine Zusammenarbeit vereinbaren. Grundsätzlich steht es jedem Marktplatzteilnehmer aber natürlich frei, ob, welche Objekte, in welcher Form und ab welchem Zeitpunkt er sie am Marktplatz anbieten bzw. präsentieren will. Der erstanbietende Makler kann also jederzeit entscheiden, mit wem und in welcher Form er zusammenarbeiten will. Übrigens: Ab Jänner 2021 haben auch alle anderen am Markt tätigen Softwarefirmen die Möglichkeit, sich am Marktplatz einzuschalten.

OIZ: Die Konditionen bezüglich Provisionsabtausch und -gestaltung vereinbaren die Makler untereinander?

Spiegelfeld: Ja. Das machen sich die Makler untereinander aus. Man kann das von Objekt zu Objekt flexibel gestalten. Natürlich gelten die Maklerrichtlinien.

OIZ: Wer darf am Marktplatz teilnehmen beziehungsweise tätig werden?

Spiegelfeld: Grundsätzlich kann jedes gewerberechtlich befugte Unternehmen mitmachen. Teilnehmende Mitarbeiter müssen über entsprechende Ausbildungsnachweise verfügen.

OIZ: Was kostet die Teilnahme am Marktplatz?

Spiegelfeld: Es gibt eine Einschreibgebühr von 300 Euro pro Unternehmen. Für jeden teilnehmenden Mitarbeiter beträgt die Einschreibgebühr zusätzlich 50 Euro. Als laufende Kosten fallen pro Maklermitarbeiter acht Euro monatlich an. In der Startphase bieten wir Sonderkonditionen und verzichten bis Jänner 2021 auf die Einschreibgebühr.

OIZ: Mit wie vielen Teilnehmern rechnen Sie?

Spiegelfeld: Österreichweit gibt es wahrscheinlich rund 2000 Unternehmen, für die eine Teilnahme in Frage käme. In der Anfangsphase rechne ich mit rund 300 Unternehmen, langfristig mit 500 bis 700.

OIZ: Wer betreibt den Marktplatz?

Spiegelfeld: Der Marktplatz wird von der Immobilien Marktplatz GmbH abgewickelt. An dieser Gesellschaft ist der Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder mit 60 Prozent, der ÖVI mit 30 Prozent und der IR (Immobilienring) mit 10 Prozent beteiligt. Ich fungiere derzeit als Geschäftsführer.

OIZ: Wer vermittelt im Streitfall?

Spiegelfeld: Wir haben versucht, alle Eventualitäten, die es im Markt gibt, zu berücksichtigen und ihnen gerecht zu werden. Damit wollen wir schon im Vorfeld unnötige Diskussionen vermeiden. Eine Vereinbarung zwischen den teilnehmenden Unternehmen und der Marktplatz-Gesellschaft garantiert die Einhaltung der Marktplatzregeln. Sollte es dennoch zu Problemen kommen, kann ein eigens installierter Beirat im schlimmsten Fall ein Unternehmen vom Marktplatz ausschließen.

Sie haben Fragen zum Marktplatz?

KommR Georg Spiegelfeld +43 676 5132313 und KommR Martina Denich-Kobula +43 664 4609630 stehen Ihnen gerne persönlich für alle Fragen zur Verfügung. Anmeldeformulare können Sie direkt unter immomarktplatz@wko.at anfordern.

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