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Corona im Kopf aber Feuer im Herz

07.10.2020

Thomas Malloth über die „Illmitzer Gespräche“, die heuer auch online stattfinden.  

Thomas Malloth ist Immobilienexperte und Initiator der „Ilmitzer Gespräche“ im Seewinkel.

Es ist Samstagabend und ich gehe über den Hauptplatz von Illmitz. Mein Freund Pascal, der wunderbare Eismacher vom „Dolce“ winkt herüber, sein Mundschutz in Tarnfarbe ähnelt seinem köstliche Pistazieneis. Ein paar Schritte weiter Josef „Pepi“ Michlits, der Wirt vom Bartholomäusstüberl, der Schanigarten ist voll von Gästen, so eine gute Saison habe man schon lange nicht gehabt, meint das Illmitzer Urgestein. Gegenüber beim Artheserbrunnen mit dem gesunden Wasser, das sich viele Illmitzer täglich holen, läuft unser Screen mit all unseren Sponsoren. Nur eines ist anders: Wir mussten das Forum Illmitz absagen. Rechtlich könnten wir es wahrscheinlich mit einiger Mühe, entsprechenden Abständen und begrenzter Teilnehmerzahl durchziehen. Wir wollen aber nicht über unseren Hauptplatz gehen und uns einem allfälligen Vorwurf aussetzen, Corona provoziert zu haben. Wir sind zutiefst dankbar, dass ein Großteil unserer Sponsoren uns weiterhilft, allen voran Frau Bundesministerin Leonore Gewessler und der Landeshauptmann, aber auch alle anderen großen und kleineren Unterstützer. Die Schüler des Gymnasiums Neusiedl arbeiten weiter an ihren Projekten „Globalisierung und Corona“ und werden von uns im Rahmen eines Publikumvotings im Netz prämiert werden.

Aber wir haben einen Plan B und den werden wir umsetzen: In einem ersten Schritt werden wir voraussichtlich Keynotes seitens der Politik, die Zugänge unserer Unterstützer zum Thema „Nachhaltigkeit“ und eine Reihe von Vorträgen verfilmen. Themen werden u.a. sein: „Klimawandel“ mit Prof. Helga Kromp-Kolb, „Jugendarbeitslosigkeit“ mit Ali Mahlodji, „Vom Sterben des Sees“ mit dem Hydrologen Dr. Georg Wolfram, „Bio or not Bio“ mit dem Winzerfelsen Pepi Umathum aber auch Eva Maria Marold wird ihre Sichtweise darstellen. Diese Vorträge wollen wir in kleinen Präsenzveranstaltungen mit maximal 30 geladenen Gästen live mitschneiden und dann ins Netz stellen. Wir arbeiten auch an einer Fibel mit Tipps zur Nachhaltigkeit und publizieren in der Zwischenzeit in der OIZ, der BVZ, dem Immofokus und Kurier. Wenn Sie interessiert sind an einem der geplanten Vorträge live teilzunehmen, dann schreiben Sie einfach an t.malloth@malloth.at. All jene, die sich für dieses Jahr bereits zu den Gesprächen angemeldet haben, werden wir gesondert anschreiben.

Unsere politischen Bestrebungen haben wir in den letzten Wochen stark intensiviert, dies, um unsere Vorstellungen in mögliche Novellierungen einzubringen. Man kann sich die Frage stellen, ob das österreichische Wohnrecht in der Lage wäre den Globus zu retten. Das Wohnrecht per se wohl nicht, wohl aber unsere Haltung zu gesetzlichen Neuerungen.

Gerne zitiere ich Ernst Cassirer den deutschen Philosophen, geboren in Polen, gestorben 1945 in New York: „Der Mensch ist geneigt, den kleinen Bereich in dem er lebt, als das Zentrum der Welt anzusehen, ja als das Universum an sich. So entscheidet und denkt er zutiefst provinziell“. Und wer es nicht glaubt, der verfolgt immobilienrechtliche Diskussionen rund um MRG, WEG, WGG oder wie sie alle auch heißen mögen. Heerscharen an Spezialisten beschäftigen sich mit 6 Prozent aller Mietverhältnisse und der geradezu zentralen gesellschaftlichen Frage von E-Ladestationen. Was anderes fällt nur ganz wenigen ein.

Dabei wären es Federstriche: Verbesserungen zur Erreichung von Klimazielen werden zu Erhaltung, Justament-Vetos von wenigen Miteigentumsanteilen können durch Richterspruch ersetzt werden, eine abdingbare Mindestrücklage wird überlegt, die Willensbildung wird an das Gesellschaftsrecht angenähert,  durchgreifende Sanierungen mit klimarelevanten Maßnahmen werden in allen Belangen dem Neubau gleichgestellt. Wovor haben wir Angst? Jetzt ist die Zeit gekommen! Es gibt keinen besseren Moment als den des Schocks, der uns zu radikaler Veränderung zwingt. Nach dem Schock kommt das Tal der Tränen, da müssen wir durch und wenn es Wählerstimmen kostet, gleich danach beginnt aber die Neugier und einmal ums Eck scheint schon wieder die Sonne.  Nutzen wir den Augenblick, denn: wir haben wirklich gar keine Zeit mehr,

meint herzlichst Ihr
Thomas Malloth

t.malloth@malloth.at
www.illmitzer-gespraeche.at

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